Archiv der Kategorie 'Antisemitism'

Griechische Mythologie

Café Morgenland hat auf seiner Homepage einen offenen Brief der autonomen Gruppe Terminal 119 aus Thessaloniki veröffentlicht, der die Verharmlosung des griechischen Antisemitismus durch einen Aufsatz in der Zeitschrift KONKRET zum Gegenstand hat. Der Brief blieb, wie eh und je, unbeantwortet.

In der Ausgabe 6/2009 wurde ein Artikel mit dem Titel „Im Namen des Volkes“ bezüglich des Freispruchs des griechischen Neonazi Plevris durch ein Athener Gericht veröffentlicht.
Wir möchten hiermit auf einige Kardinalfehler des Autors Eberhard Rondholz hinweisen.

Wir wundern uns, woher und auf welchen Fakten die Behauptung „Griechenland gehörte zu den wenigen von den Deutschen besetzten Ländern Europas, in dem die Juden fast überall auf Schutz und Hilfe hatten rechen können“ basiert. Noch schlimmer: Diese Behauptung pflegt den inzwischen etablierten Mythos über die angebliche Unterstützungs- und Hilfsbereitschaft der christlichen Griechen gegenüber ihren jüdischen Landsleuten. Anbei beispielhaft einige der zahlreichen Fakten, die belegen, daß Antijudaismus und Antisemitismus seit Bestehen der griechischen Gesellschaft ein konstitutiver Faktor war und bis heute ist:

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Der Mann mit dem Schäferhund

Der Schäferhund des SS-Offiziers Karl Höckers gibt Pfötchen
Wo wir’s gerade mit dem SPIEGEL-Autor Leon de Winter und seinem brutalen Rassismus hatten, hier noch Auszüge aus einem Beitrag, den diese in den deutschen Medien seit langem hofierte Gestalt am 25. Mai 2007 für einen Meinungsblog des niederländischen Elsevier Wochenblatts verfasste. Es geht um den Umgang mit im Fußballstadion randalierenden marokkanischen Jugendlichen. Die Übersetzung besorgte der Watchblog Islamophobie:

Hunde
Was hilft, sind die altmodischen Latten, mit denen die Polizei früher zuschlug und vor allem Hunde, sicher gegen ausländische Hooligans. (Für sie) sind Hunde nämlich schwer “haram”, unrein. Deswegen empfehle ich der Polizei beim nächsten Länderspiel Niederlande-Marokko, zwei Dutzend hungrige Schäferhunde an der Leine zu halten, und die auf den Tribünen loszulassen, wenn die Marokkanerlein zur Sache gehen wollen.
[…]
Der KNVB will fünf Jahre lang kein Spiel gegen Marokko machen. Sind die nicht ganz dicht? Ich will nächste Woche wieder ein Länderspiel gegen Marokko sehen, und ich will, dass alle marokkanischen Hooligans eingeladen werden, das Spiel zu sehen.

Kusch, Bello…
Ich würde sie durch einen einzigen Eingang hereinkommen lassen — zwischen Reihen von bellenden Brutos und Bellos. So lehrt man die Jüngelchen gleich, wie die Machtverhältnisse liegen. Von Hause aus sind sie nämlich nichts anderes gewöhnt.
Und wenn sie dann zur Sache gehen wollen, machen unsere vierbeinigen Freunde damit schnell Schluss.

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An allem schuld

Im Kontext der offenbar von Farid Müller (GAL) angestoßenen Debatte über angeblich von Muslimen ausgehende schwulenfeindliche Gewalt in Hamburg/St. Georg, an der, wie ich mich durch diverse Gespräche vor Ort überzeugen konnte, nicht ein überprüfbares Körnchen Wahrheit ist, hab ich folgenden Audio-Kommentar zugeschickt bekommen. Fand ich absolut passend:

Übrigens ist in Hamburg kein Tag vergangen, an dem ich nicht das Wörtchen „Schwuler“ oder „Schwuchtel“ als Beleidigung gehört habe. Aus dem Munde deutscher Prolls, versteht sich, die damit alles und jeden bezeichneten, den oder das sie scheiße fanden.

Bin verdammt froh, wieder in Neukölln zu sein.

Warum gerade die Juden?

Auch ich lern dazu. Vor zwei Jahren hab ich mir gegen den nachfolgenden Text noch den Mund fusselig geredet. Heute erscheint mir die These, dass der Begriff des Antisemitismus nur von mäßiger Erklärungsrelevanz ist, weil im Grunde jede von einer entsprechenden Fahndungsmoral als „normabweichend“ bestimmte Gruppe unter gewissen Voraussetzungen in die Position des „feindlichen Volks im Volke“ hineinbugsiert werden kann, auf einmal ziemlich plausibel. Denn ich sehe ja schließlich, welche Anstrengungen manche unternehmen, die deutschen Moslems in eine Rolle zu manövrieren, wie sie früher einmal den als Parallelgesellschaft imaginierten Juden zugewachsen war. Der Weg dahin mag noch weit sein, aber dass einige begonnen haben, ihn zu beschreiten, steht für mich außer Zweifel. (mehr…)

„Judensau“ und „Ziegenficker“

'Judensau'-Karikatur In welcher Tradition sich antimoslemische Rassisten mit ihren projektiven Tierfick-Phantasien bewegen, verrät uns einmal mehr Wikipedia:

Judensau-Spottbilder sind seit dem frühen 13. Jahrhundert vor allem in Deutschland belegt. Sie sind auf Steinreliefs und Skulpturen an etwa 30 Kirchen und anderen Gebäuden vornehmlich Mitteleuropas bis heute zu sehen. […] Das mittelalterliche Bild einer „Judensau“ stellt Menschen und Schweine in intimem Kontakt dar. […] In der häufigsten Variante saugen diese als Juden kenntlich gemachten Figuren wie Ferkel an den Zitzen einer Sau. In anderen Darstellungen reiten sie verkehrt herum auf einem Schwein: das Gesicht dem After zugewandt, aus dem Urin spritzt. Auf wieder anderen Darstellungen umarmen oder küssen sie Schweine.

„Linker Antisemitismus“ & andere Schimären (III)

Angesichts des Buches Der neue Antisemitismus von Philipp Gessler, in dem ausgerechnet dem zu seinen Lebzeiten dezidiert anti-antizionistischen Internet-Portal X-berg.de „linker Antisemitismus“ vorgeworfen wird (die Revolution frisst ihre Kinder!), lohnt es sich vielleicht einmal, die etwas verrückte und überaus hysterische Begriffsgeschichte des „neuen Antisemitismus“ zu beleuchten. (Im Übrigen ist das keine Solidarisierung mit den politischen Positionen, die der Autor des folgenden Textes vertritt.) (mehr…)

„Linker Antisemitismus“ & andere Schimären (I)

Ein neuer Stoß von Publikationen beschäftigt sich zurzeit mal wieder mit dem „linken Antisemitismus“. In einem Interview mit dem Deutschlandradio kommentiert Wolfgang Benz vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung diesen Diskurs in einer Weise, die meine volle Zustimmung findet:

Who’s anti-Semitic?

Aus der EUMC-Studie „Manifestations of Antisemitism in the EU 2002 – 2003″ (Part on France):

On the whole the ‘Sofres’ director concluded that there is “no massive antisemitism among the youth of North African origin (…) It is thus essential not to stigmatize a community (…) which, in its great majority, rejects antisemitism”. Compared with the whole group of people between 15 and 24, the survey shows that the young people of North African origin are in fact even more intolerant of antisemitism than the average. This might be explained by the fact that antisemitic acts or attitudes remind them that they have themselves suffered from racial or cultural discrimination, as Muslims or as children of North African parents.

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