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Zwischen Sexismus und Antisexismus

Ein bisschen ein schlechtes Gewissen hab ich schon, dass ich auf meinen einstigen Lieblingszeichner Enki Bilal so eingedroschen habe. Vergleicht man den von mir geposteten Bild-Ausschnitt beispielsweise mit Szenen aus Frank Herberts „Dune“, so ist der homophobe Subtext doch kaum der Rede wert.

Auch den Vorwurf, Bilal sei in seiner objektivierenden Darstellung des Weiblichen ein wenig sexistisch, muss ich relativieren. Ich empfehle einmal zum Vergleich, die Bände des berühmten Heavy Metal Magazines zur Hand zu nehmen, in dem seit Mitte der 70er einige der besten Phantasy und Science Fiction Comics der Zeit — neben Moebius unter anderem auch Enki Bilal — erschienen sind. Das Magazin war im Vergleich zum gängigen Massenramsch von Spider Man bis Donald Duck natürlich verflucht teuer und konnte überhaupt nur dadurch bestehen, dass es immer wieder den letzten pornographischen Dreck ins Heft nahm. Ein Titelbild, auf dem keine prallen Möpse zu sehen waren, bedeutete sofortigen Umsatzeinbruch. Der durchschnittliche Leser war eben nicht bereit, so viel Geld für ein „bloßes“ Comic-Heft auszugeben, sehr wohl aber für die Inszenierung männlicher Sex- und Vergewaltigungsphantasien.

Enki Bilal gehörte zu denjenigen Zeichnern, die sich nie auf eine solche Ebene herabließen, die aber, wie viele andere, damals noch auf dieses abstoßende Publikationsumfeld angewiesen waren. Die Darstellung einer ausschließlich heterosexuell konnotierterten Erotik, in der Frauen nur als Objekte des männlichen Begehrens existierten, gehörte zwar auch für ihn zum Standardrepertoir; sie wurde aber an einigen Stellen, so z.B. in Die Frau aus der Zukunft, dem zweiten Band seiner großen Science-Fiction-Trilogie, durchaus von antisexistischen Aussagen unterbrochen. Wie z.B. in dieser Szene:

Enki Bilal, Die Frau aus der Zukunft

Das alles ändert jedoch wenig an der erzählerischen Schwäche von Bilals Comics, die auch durch die großartigen Zeichnungen nicht wettzumachen ist.

Homosexualität und Abspaltung im Comic

Das linke Stereotyp vom homosexuellen Faschisten (1, 2, 3, 4, 5), das sich prima zur Abspaltung von Verdrängtem eignet und unter antideutschen Antifas als Denunziationsmodus derzeit eine ungeahnte Renaissance (1, 2, 3) erlebt, hat es natürlich auch ins Comic geschafft.

Hier am Beispiel des Zeichners Enki Bilal, der — obwohl seine Comics sonst absolut straight und (in der Objektivierung von Frauen auch ein wenig sexistisch) daherkommen — sich just dann in homosexuellen Andeutungen ergeht, wenn es sich bei den Charakteren um faschistische Finstermänner handelt:

Enki Bilal - Die Geschäfte der Unsterblichen

Bilal hat für mich deshalb eine gewisse Bedeutung, weil er der Lieblingszeichner meiner Jugend war. Ich kann gar nicht sagen, als wie niederschmetternd ich solche Stereotypen damals empfand. Allerdings hab ich mich von ihm schnell emanzipiert, denn bereits der zweite Band seiner Trilogie „Die Geschäfte der Unsterblichen“ (aus dem ersten stammt die oben abgebildete Zeichnung) war so unglaublich fad, dass ich schnell einsah, dass es für ein gutes Comic mehr bedarf, als schöne Bilder zu malen.

Postantideutscher Sympathieträger

Pim Fortuyn

AgitProp Reloaded

You do have to see this! :)

leftfield hip hop

(via male.dei)

Feuer und Flamme für den Staat

Hehehe, irgendwie passt das wie die Faust aufs Auge zu meinem vorvorletzten Post:

Bansky

(via male.dei)

Dandies für den Sozialismus

A propos Oscar Wilde — von diesem Schriftsteller stammt einer der schönsten Essays gegen die Lebenslüge des Liberalismus, das Privateigentum befördere die Entfaltung des Individuums.