Archiv der Kategorie 'Battle'

Wrongly lumped together

Der analytische Philosoph John Searle über den „fröhlichen Positivisten“ Michel Foucault und ihr beider feindseliges Verhältnis zu Jacques Derrida:

Michel Foucault, who was more hostile to Derrida even than I am, […] said that Derrida practiced the method of obscurantisme terroriste (terrorism of obscurantism). We were speaking French. And I said, „What the hell do you mean by that?“ And he said, „He writes so obscurely you can‘t tell what he’s saying, that’s the obscurantism part, and then when you criticize him, he can always say, ‚You didn‘t understand me; you‘re an idiot.‘ That’s the terrorism part.“ And I like that. So I wrote an article about Derrida. I asked Michel if it was OK if I quoted that passage, and he said yes.

Foucault was often lumped with Derrida. That’s very unfair to Foucault. He was a different caliber of thinker altogether.

Wider den antirevolutionären Verbalradikalismus – ein Blogsport-Battle mit Wendy

Wer weiß, was Wendy, unserer sagenhaften Bahamas-GSP-Schimäre, jetzt schon wieder über die Leber gelaufen ist. Erst beschimpft er den linken iranischen Schriftsteller Ali Schirasi auf meta.blogsport als „alten Hetzer“1 (obwohl der alles andere als ein Kumpan von Kriegstreibern und Rassisten ist, wie z.B. der von der Jungle World hofierte „Sprecher“ der imaginären Grünen-Partei des Iran, Kazem Moussavi). Und nun lässt er sich nicht lumpen, noch die revoltierenden persischen Massen, die im Kampf gegen das Mullah-Regime ihr Leben aufs Spiel setzen, als „Aufstandsbewegung von enttäuschten Islamisten“ zu denunzieren. Dafür reicht ihm allein die folgende Feststellung:

Die [iranische] Opposition, die dem deutschen Linken so schöne Wichsvorlagen liefert, begehrt nicht gegen Wahlen und Herrschaft, sondern gegen das schlechte Abschneiden ihres Kandidaten auf.

Dass noch fast jede Revolution mit Forderungen begann, die das System scheinbar nicht in Frage stellten, sondern sich in den approbierten herrschaftlichen Bahnen bewegten, ist Wendy offenbar ein Fremdwort. Dabei liefert Russland dafür das beste Beispiel: der sozialistischen Oktoberrevolution ging mit einiger Notwendigkeit die demokratische Februarrevolution voraus, die wiederum auf der russischen Revolution von 1905 aufsattelte, in welcher tatsächlich so „radikale“ Dinge wie eine konstitutionelle Monarchie gefordert wurden! Slavoj Žižek erklärt, was Wendy offenbar nicht verstehen kann oder will: (mehr…)

„Mono für Alle!“ vor buhenden Exantideutschen <3

Und dabei so wahr, so wahr …

Warum die Manns Horkheimer und Adorno hassten – und das mal völlig zurecht!

„Diese beiden Lumpen!“ Es brach aus ihm heraus. Er wisse, was er sage, ergänzte Golo Mann seine Beleidigung, die er 1989 in einem Fernsehinterview gegen die damals schon verstorbenen Begründer der Frankfurter Schule, Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, vorbrachte. So kannte man ihn gar nicht: Der freundliche, scheue, seine Worte wägende Historiker und Schriftsteller, der mit seiner „Deutschen Geschichte“ (1958) und der Wallenstein-Biographie (1971) ein Millionenpublikum damit erstaunt hatte, dass man dem trockenen Stoff der Geschichte so unerhört fesselnde und stilistisch brillante Bücher abringen kann. Und dann diese Entgleisung. In der Tat ist sie nur nachvollziehbar, wenn man die ganze Geschichte kennt, die, nach Jahrzehnten, zum verbalen Ausbruch vor laufender Kamera führte; eine Intrigengeschichte – und die Geschichte einer großen Feindschaft.

Mehr zu Adornos intrigantem Schwulenhass und die Familienrache Erika Manns in der FAZ vom 29. 3. 2009!

Warmongers: Don‘t believe a word!

International news …

General Ataollah Salehi, general commander of the Iranian army: „The truth is that Israel does not have the courage to attack us. If we are subjected to any attack by Israel, I do not think we will need more than 11 days to wipe Israel out of existence.“ (MEMRI)

… turns into German war propaganda:

Der Iran hat erstmals mit einer konkreten Zielnennung die Zerstörung Israels angekündigt. Das israelische Fernsehen zeigte ein Interview mit dem iranischen Generalstabschef Attalah Salihi. Er kündigte eine „Zerstörung Israels innerhalb von elf Tagen“ an. (n-tv)

Was folgt daraus? Meiner unbescheidenen Meinung nach doch wohl mindestens so viel, dass der n-tv-„Journalist“ Ulrich W. Sahm ein gemeiner Lügner und Kriegshetzer ist. Wie viel kriegt man eigentlich dafür, Herr Sahm? Oder machen Sie’s umsonst? (Bei einem ausgebildeten Theologen, der sich das Lügen quasi anstudiert hat, würd‘ mich das nicht mal wundern!)

Es kommt aber noch besser: (mehr…)

Nightmare on Elm Street

Freddy ist wieder auf Freigang … ;)

Freddy

Unverstandene Binsenweisheit

So, das vorläufig letzte Zitat in meiner Žižek-Reihe ist natürlich nichts als ein Seitenhieb auf „anti“deutsche Žižek-Fans, die mich in den letzten Tagen so genervt haben:

Wenn man die israelische Besetzung der Westbank bedingungslos ablehnt, sollte man die antisemitischen Übergriffe in Westeuropa, die sich selbst als „exportierte Intifadah“, d.h. als Solidaritätsbekundung mit den unterdrückten Palästinensern rechtfertigen, genauso bedingungslos ablehnen (von Angriffen auf Synagogen in Deutschland bis zu Hunderten von antisemitischen Vorfällen in Frankreich im Herbst 2001). Man darf hier kein „Verständnis“ zeigen. Es darf keinen Platz geben für die Logik des „Aber man muß die Angriffe auf die Juden in Frankreich als eine Reaktion auf das brutale Vorgehen der israelischen Armee verstehen!“, genauso wenig wie für die Logik des „Aber man kann die militärische Reaktion ja verstehen; wer hätte keine Angst nach dem Holocaust und zweitausend Jahren Antisemitismus!“ Auch hier sollte man sich der doppelten Erpressung widersetzen: Wenn man für die Palästinenser ist, ist man eo ipso antisemitisch, und wenn man gegen den Antisemitismus ist, muß man eo ipso pro Israel sein. Die Lösung ist nicht ein Kompromiß, das „rechte Maß“ zwischen den beiden Extremen, sondern man muß beide Projekte radikal bis zum Schluß verfolgen, die Verteidigung der Rechte der Palästinenser und die Bekämpfung des Antisemitismus.

Slavoj Žižek, Die Revolution steht bevor. Dreizehn Versuche über Lenin (Suhrkamp: Ffm., 2002), 67 Fn. 8.

Mehr über Žižeks aktuelle Positionen zum Nahostkonflikt und die neuesten Antisemitismusvorwürfe gegen den slowenischen Philosophen…

Sie nennen es Befreiung …

Scheckkartenpunk, dieser „anti“deutsche Bahamas-Freak, der sich allen Ernstes darüber mokiert, dass Linke seine Soliparties für den Einsatz von F16-Bombern gegen die iranische Bevölkerung sabotieren, halluziniert über mich:

Die einseitige geschichtsrevisionistische Darstellung der Mauer als Schutzwall gegen ein feindliches Außen verklärt diese zu einer netten Notwendigkeit, die in der Gänze ihrer Funktion bei einem Systemwechsel jederzeit wieder zu installieren wäre.

Das Zitat, in dem ich die Mauer als „Schutzwall gegen ein feindliches Außen“ halluziniert hätte, bleibt er seinen Lesern freilich schuldig. Dass die Mauer nicht aus diesem Grund, sondern weil sie Deutschland seiner Einheit und Souveränität beraubte, eine legitime Strafe für deutsche Verbrechen darstellte, begreift der Scheckkartendepp ebensowenig, wie er sich weigert, die historische Tatsache zur Kenntnis zu nehmen, dass der Mauerfall am 9. November 1989 in einem Zustand nationaler Dauerbesoffenheit mündete und – nebst der damit verbundenen Abschaffung der DDR – die größte Pogromwelle dieses Landes seit dem 9. November 1938 lostrat.

Dass eine Revolution ohne Zerschlagung Deutschlands „nicht meine Revolution“ ist, wird dem „anti“deutschen Scheckkartenbomber vielleicht nicht einleuchten. Aber vielleicht lässt er künftig wenigstens seine psychotischen Unterstellungen sein, nachdem er schon in der Žižek-Diskussion so erbärmlich versagt hat…