Archiv der Kategorie 'Christianity'

C‘est l‘Eglise!

Eine Religion, die derart Anspruch erhebt auf die tägliche Regierung der Menschen in ihrem wirklichen Leben unter dem Vorwand ihres Heils und im Maßstab der Menschheit, das ist die Kirche, und es gibt dafür in der Geschichte der Gesell­schaften kein weiteres Beispiel. Ich denke, daß sich hier, mit dieser Institutionalisierung einer Religion als Kirche – und ich muß dies recht knapp ausführen – ein Machtdispositiv zumin­dest in seinen großen Linien formt, das nirgendwo sonst zu finden ist, ein Machtdispositiv, das niemals aufgehört hat, sich innerhalb von fünfzehn Jahrhunderten zu entwickeln und im großen und ganzen zu verfeinern, sagen wir, vom zweiten, dritten Jahrhundert nach Christus bis zum 18. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Die pastorale Macht, die vollkommen an die Organisation einer Religion als Kirche gebunden ist, der christlichen Religion als christlicher Kirche, diese pastorale Macht hat sich zweifellos im Laufe dieser fünfzehn Jahr­hunderte währenden Geschichte beträchtlich verändert. Zwei­fellos wurde sie in verschiedene Formen deplaziert, disloziert, transformiert, integriert, doch wirklich abgeschafft wurde sie im Grunde genommen nie. Und wenn ich das 18. Jahrhundert als Ende des pastoralen Zeitalters ansetze, ist es wahrscheinlich, daß ich mich nochmals irre, denn die pastorale Macht, die als Macht ausgeübt wird, ist in ihrer Typologie, ihrer Organisation, in ihrer Funktionsweise tatsächlich etwas, von dem wir uns zweifellos noch immer nicht frei gemacht haben.

Michel Foucault, Sicherheit, Territorium, Bevölkerung : Geschichte der Gouvernementalität 1 : Vorlesung am Collège de France 1977-1978. Hrsg. v. Michel Sennelart, übers. v. Claudia Brede-Kronersmann u. Jürgen Schröder. Frankfurt a. M. : Suhrkamp, 2006. 218 f.

Terror im Namen der Glaubensfreiheit: die religiöse Rechte in Deutschland

NDR vom 24. 6. 09: „Evangelikale Christen attackieren Journalisten“.

(via Mission Gottesreich)

De Regli isch en Souhund

Zürich, 1482: Ritter Richard von Hohenburg wird mit seinem Burschen Anton Mätzler aus Lindau im Beisein von 10 000 Menschen wegen der "Ketzerei", die sie aneinander begangen hätten, lebendig verbrannt.Tagesanzeiger, 28. 4. 09:

Zum Eclat kams gestern im Kantonsrat direkt vor der Kaffeepause. Landwirt Michael Welz (Oberembrach), Sprecher der religiös-konservativen EDU, baute in seiner Fraktionserklärung alle Vorurteile gegen Schwule ein. Homosexualität sei nicht gottgewollt und «mit vielen gesundheitlichen Risiken behaftet». Wenn mit der Euro-Pride 09 in den nächsten Wochen schwul-lesbische Festivitäten unterstützt würden, sei das ein Propagandafeldzug «zur Beeinflussung unserer Jugend und Gesellschaft».

Die Stadt Zürich werde fünf Wochen lang zu einer Werbeplattform für den homosexuellen Lebensstil umfunktioniert und wende sich damit «vom Segen Gottes ab», sagte Kantonsrat Welz. Völlig unverantwortlich sei deshalb, dass mit der Unterstützung durch Zürich Tourismus, der SBB und der Stadt Zürich «staatliche Sponsorengelder» in diesen verwerflichen Anlass flössen. «Gott schenke Befreiung aus der Homosexualität», rief er vor konsternierten Zuhörern in den Saal.

Tagesanzeiger, 29. 4. 09: (mehr…)

Böses Christentum

„Daniel Regli“ via EuroPrideTV:

Diese ewige Anklage des Christenthums will ich an alle Wände schreiben, wo es nur Wände giebt, — ich habe Buchstaben, um auch Blinde sehend zu machen … Ich heisse das Christenthum den Einen grossen Fluch, die Eine grosse innerlichste Verdorbenheit, den Einen grossen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist, — ich heisse es den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit … (Friedrich Nietzsche)

Das System katholische Kirche, oder:
La mala educación

Dublin (AFP) — Ein tausende Seiten starker Bericht über die Qualen von Mädchen und Jungen in Einrichtungen der katholischen Kirche erschüttert Irland. Prügel und der sexuelle Missbrauch vor allem von Jungen waren in diesen Häusern seit den 30er Jahren an der Tagesordnung, wie aus der Studie hervorgeht. […]

Die Kinder hätten jeden Tag aufs Neue in Angst vor Schlägen gelebt, heißt es in dem Bericht, den die irische Regierung vor neun Jahren in Auftrag gegeben hatte. Ein „Klima der Angst“ habe in den meisten Einrichtungen geherrscht, schreiben die Verfasser des 2500-seitigen Dokuments. In Einrichtungen für Mädchen habe es auch sexuellen Missbrauch gegeben, allerdings nicht systematisch. Die Täter konnten demnach „über einen langen Zeitraum unentdeckt“ handeln. Den Opfern sei nicht geglaubt worden, sie seien der Verdorbenheit bezichtigt und oft schwer bestraft worden.

Die Studie wirft Kirche und Staat in Irland vor, die Augen vor den Zuständen in den Einrichtungen verschlossen zu haben. Jeder gemeldete Missbrauch sei von der Kirche als Einzelfall und verschwiegen behandelt worden. Bestenfalls seien die Täter versetzt, zum Schutz der Minderjährigen dagegen sei nichts getan worden. In den wenigen Fällen, in denen das Erziehungsministerium von sexuellem Missbrauch erfahren habe, sei auch vom Staat der Mantel des Schweigens über die Vorfälle gebreitet worden.

Im einzelnen heißt es in der Studie weiter, der Missbrauch von Jungen habe von „unangemessenen Berührungen“ bis hin zur Vergewaltigung gereicht. In Jungenschulen seien die Schüler schon für geringe Vergehen „lange und übermäßig“ körperlich bestraft worden – Ziel sei „soviel Qual wie möglich“ gewesen.

Call to Chastity …

Catholic Boat Trip

Presented to you by South Park … :D

The Sources of Bigotery

Peter Tatchell Heutige Top-Meldung auf kreuz.net:

Harte Zahlen belegen: Solange der Homo-Lebensstil nicht gestoppt wird, ist Aids-Prävention sinnlos.

Woher kommt eigentlich dieser notorische Zwang katholischer Fundamentalisten zur Beschäftigung mit (und Entwertung von) Homosexuellen? (mehr…)