Archiv der Kategorie 'Gayism'

Bruce LaBruce’s great new Agitporn Movie: „Otto; or, Up with Dead People“

And there you can watch an interview with filmmaker Bruce LaBruce.

Welchen Ismen gehört St. Georg?

Am Mittwoch, den 12. Dezember 2007, findet eine Podiumsdiskussion der AG Queer Studies an der Uni Hamburg statt, angeregt durch eine Reihe mehr oder weniger rassistischer Artikel und Leser_Innenbriefe im Hamburger Homo-Magazin „Hinnerk“:

Ausgangspunkt ist eine Debatte zum viel besungenen „Kulturkampf“, für dessen Schauplatz dieses Mal der Hamburger Stadtteil St. Georg auserkoren wurde und in dem DER Islam und DIE Schwulen gegeneinander antreten sollen.

Anstelle einer Diskussionsrunde über potenzielle Lösungswege für ein „Stadtteilproblem“ wird eine kritische Perspektive eingenommen, in der die Hamburger Diskussion in den Kontext der Islam- und Integrationsdebatte der letzten Jahre eingeordnet wird. Von unterschiedlichen Standpunkten aus wird diskutiert, wie Islamophobie und Homophobie verstrickt sein können und welche Interventionsmöglichkeiten es in solche Debatten gibt, die stark von Stereotypen über „die Anderen“ geprägt sind.

Mittwoch, 12. Dezember 2007, 19 Uhr
Hörsaal F im Phil-Turm, Von-Melle-Park 6, Uni Hamburg

(Un)Holy Alliance: Islamism & the Gay International

Desiring Arabs I‘ve waited half a year for this book to come out. But now that it has come out, I‘m too busy to read it. What a crap! But let’s have a sneak preview:

A puritanical Islamism (and secular conservatism, at times) borrowing most of its puritanism from Western Christianity and Western conservatism built up an unwitting alliance with the crusading Gay International in identifying people who practice certain forms of sex. The Gay International and the Islamists agreed that such practitioners must be identified. Where they disagreed was on whether they should be identified and endowed with rights and accorded the protection of the state, as the Gay International demands, or identified, repressed, and subjected to the punishment of the state, as the Islamists and other conservatives demand. In the history of Western homosexuality, as Michel Foucault noted, the discourses of power that produced and controlled „homosexuality“ made „possible the formation of a ‚reverse‘ discourse: homosexuality began to speak in its own behalf, to demand that its legitimacy or ‚naturality‘ be acknowledged, often in the same vocabulary, using the same categories by which it was medically disqualified.“ As we saw in this chapter, a similar operation was repeated in the Arab world when Islamists adopted the very same vocabulary and classifications of the Gay International to disqualify the very same gayness that the Gay International had been trying to legitimize. Making the state the arena where sexual practices are transformed into identities was indeed the novelty that the last two decades have fostered. In a context where the state has been the enforcer of repression of society at large, the Islamist call is consistent with such a role. What is ironic is that the state would be called upon by the Gay International, which is seeking liberation from repression but who claim it as the liberating organ.

Joseph A. Massad, Desiring Arabs (Chicago: University of Chicago Press, 2007), 265.

Kill Your Barbie!

Das folgende Video hab ich nie gepostet, weil ich es eigentlich für uralt hielt. Aber da es die meisten offenbar doch nicht kennen (und weil sich der paranoide Ex-Antifa Alex DeLarge gerade über „linke Geschlechtsmörder“ beklagt, die ihn um seine Männlichkeit bringen wollen :D ), hier das fabulöse Duo Chris und Jake mit seiner queeren Interpretation des Barbie Songs:

Gay Pimp — Soccer Practice

Sorry an meine Leser_innen, ich bin grad ein bisschen eingespannt, deswegen muss ich meinen Blog mal wieder vorübergehend mit YouTube-Videos am Leben halten. ;)

„Is‘ doch alt“, meinte ascetonym dann auch noch zum folgenden Video-Clip. Ich kannte es aber jedenfalls noch nicht:

Bruno in the gayest part of America: Alabama! ;)

Don‘t miss the final interview at the end of the clip …

(Inspired by Torsun)

Gaydar

I really love Stephen Colbert! Unfortunately, the sound is very low, so you have to turn the volume up…

„Schwulenwitze sind immer gleich“

Ich hege zwar einigen Groll gegen Herrn Kunstreich, aber seine Besprechung der Serie „Queer as Folks“ in der Jungle World (die ich leider nie gesehen habe) ist einfach nur genial:

»Queer as Folk« versucht beides, die Serie will ein queeres und ein heterosexuelles Publikum zugleich ansprechen – und beweist nebenbei, dass die Vorliebe für schlechten Humor unabängig von der sexuellen Orientierung ist. Das Klischee über die Schwulen hat es zu weitgehender Deckungsgleichheit mit dem schwulen Klischee gebracht. So ist es auch stimmig, dass »Queer as Folk« bei ProSieben läuft. Der Sender versucht, sich mit tumben sexgeladenen Komödien zu profilieren. […]

Ende Dezember kam dann der Tiefpunkt. Hier bewies das unterirdisch schlechte Fernsehspiel »Andersrum« mit Heiner Lauterbach als dauergeilem Vorzeige-Macho und Mark Keller als tuntigem Heterosexuellen, wie eng schwuler und homophober Humor zusammenhängen. »Es gibt Judenwitze und es gibt jüdische Witze. Schwulenwitze sind immer gleich«, hat Ronald M. Schernikau einmal geschrieben. […]

Nun ist »Queer as Folk« nicht mit der ekelerregenden Lauterbach-Klamotte zu vergleichen. Allerdings gelingt es ProSieben, durch die Synchronisation das Niveau der Serie noch weiter abzusenken. [….]

Dennoch wird »Queer as Folk« als ein weiterer Meilenstein der homosexuellen Emanzipation gefeiert, weil Schwule als Protagonisten auftreten und nicht nur als Stichwortgeber wie bei unzähligen Sitcoms. […]

Nach diesem Prinzip arbeitete das britische Original von »Queer as Folk«, das in den neunziger Jahren von Channel 4 produziert wurde. Allerdings stand hier der erklärte Wille dahinter, die schwul-homophobe Witzigkeit zu denunzieren und das Bild vom gut gelaunten, wohlhabenden, sorgenfreien Großstadtschwulen zu zerstören. In der Hochzeit der Political Correctness ging es um die Korrektur einer Sichtweise. Den Anspruch hat die amerikanische Version dann aufgegeben; in den USA ist die Selbstethnisierung viel weiter vorangeschritten als in Europa, die Identität wird als eigene Schöpfung wahrgenommen und zelebriert. US-Serien sind deswegen häufig unfreiwillige Ethnografien, eben so, wie sich verschiedene Gruppen präsentieren und repräsentiert werden. […]

So aber sind Brian, Ted, Michael und Emmett nicht nur einfach Schwule, sondern Angehörige einer quasi ethnischen Minderheit, mit ihren eigenen Sprachregelungen, Ritualen und Schwierigkeiten; sie sind Exemplare, im Moment der Konfrontation sowohl mit der Homophobie als auch mit der »eigenen Kultur«. […]

Hier sehen sich die Schwulen, wie sie gesehen werden wollen, und sie sehen sich, wie andere sie sehen, und es gibt keinen Unterschied. Wenn sowohl der Homophobe wie der Schwule von den gleichen Annahmen und Bildern ausgehen und nur deren Bewertung sich partiell noch unterscheidet, ist die Aufklärung an ihrem Ende angekommen, denn Bewertungen sind Meinungen, Meinungen Projektionen und Projektionen nicht aufklärbar, sondern nur in einer unverstellten Erfahrung aufhebbar.

Genau diese liefert aber kein Produkt der Kulturindustrie. Erst gar nicht so zu tun, als könne sie Erfahrung substituieren, diesen Vorteil hat die amerikanische Version von »Queer as Folk« gegenüber der britischen, die immer dann unerträglich wurde, wenn sie subversiv sein wollte und tatsächlich nur belehrend war. […]