Archiv der Kategorie 'Germany'

Touche pas à mon copain!

Jabber-Protokoll

LIMO: linksmotivierte „potentielle straftäter“ (= polit. aktivist_innen)

The Wages of Hate

In Dresden ist die 32-jährige Ägypterin Marwa El-Sherbini von einem Deutschen in einem Gerichtsgebäude mit einem Messer angegriffen und ermordet worden. Marwa el-Sherbini war promovierte Pharmakologin, Apothekerin und im dritten Monat schwanger. Sie hinterlässt einen dreijährigen Sohn. Ein aus dem Nachbarraum herbeieilender Polizist schoss zunächst auf den Ehemann der Ermordeten statt auf den Täter.

Der Mörder hatte sein Opfer, eine Muslima, die Kopftuch trug, in einem Nachbarschaftsstreit auf einem Kinderspielplatz als „Islamistin“, „Schlampe“ und „Terroristin“ tituliert, getönt, sie „gehöre nicht hierher“ und dann, nach seiner Verurteilung wegen Beleidigung, im Gerichtssaal viele Male auf sie eingestochen.

Derweil rühmt sich Deutschlands größtes Hassblog, Politically Incorrect: „Behauptungen der Qualitätsjournalisten zufolge soll der Mörder durch die Lektüre solcher [gemeint ist: unserer] Artikel zu seiner Tat angestiftet worden sein.“

Quelle: ANK

Kulturkampffeminismus und Gender-Backlash

Ein Topos, der in den Antimigrationsdebatten der letzten Jahre massiv ausgebeutet wurde, war das Thema Geschlechterverhältnisse. Ein Sammelband mit dem Titel Mann wird man, der noch für diesen Monat angekündigt ist, verspricht geistiges Rüstzeug gegen die rechtspopulistische Mobilisierung im Namen des Feminismus:

Junge muslimische Männer sind die neuen Sündenböcke in den westlichen Gesellschaften — sie werden dämonisiert und sensationalisiert. Das seit dem „11. September“ gesteigerte Interesse an muslimisch-migrantischen Geschlechterbeziehungen gilt vornehmlich dem Stereotyp des „aggressiven und patriarchalen Migranten“. Die Frage nach der konkreten Bedeutung von Migration und Religion für die Transformation und (Re-)Konstruktion männlicher Identitäten wird nicht gestellt. Dieser Band schließt die Lücke in der deutschsprachigen Forschung und bringt interdisziplinäre Forschungsergebnisse zu den Schnittstellen von „Migration und Männlichkeit“ sowie „Maskulinität und Islam“ zusammen.

Derweil beschäftigt sich teilnehmende beobachtungen, der erfreulicherweise das Bloggen wieder aufgenommen hat, mit dem antimuslimischen Stehpinkler Henryk M. Broder.

Doofe Menschen

Lustigster Klappentext ever:

In diesem Buch lesen Sie, was die Islamisten gerne vor Ihnen verborgen hätten. Es ist die wohl erschreckendste Chronologie über die Ausbreitung des Islam in Europa. Hier lesen Sie aber auch, was Ihnen die deutschen Massenmedien verschweigen. Fakten, die Ihnen den Atem stocken lassen — in einer Fülle, die erdrückend ist. Was schon lange prophezeit wurde, scheint nun finstere Realität zu werden: Der Untergang des Abendlands!

Platz 269 der Amazon-Charts — wenn das nicht mal wirklich der Untergang des Abendlands ist!

Solidarität mit Serkan und Spyros (II)

Café Morgenland über den HJ-Onkel Bruno N., der von zwei Migranten, die er nazistisch bepöbelte, eins auf die Fresse bekam:

„Zu dem Angriff sei es gekommen, nachdem L. vom späteren Opfer Bruno N. aufgefordert wurde, seine Zigarette auszumachen. Daraufhin beschimpfte L. den Rentner laut Anklage als „scheiß Deutscher“. Beim anschließenden Halt der U-Bahn seien alle drei gleichzeitig ausgestiegen. A. ließ über seinen Anwalt erklären, der Rentner habe ihn mit den Worten: „Ihr seid das Volk, das hier Stress macht und rausgehört“ beschimpft. Daraufhin sei er spontan hinter dem Mann hinterher gerannt, habe ihn mit dem Ellenbogen umgestoßen und getreten.“ (Aus Serkans Geständnis im Prozess, AFP 23.6.08)

„Und N. habe auch ein Problem mit Ausländern gehabt, erinnert sich Horn, der ehemalige Schüler der Klasse 10 D: ‚In der 10. Klasse kam er im Sommer einmal ins Klassenzimmer, es ging um Hitzefrei. Beim Rausgehen hat er kurz in die Hände geklatscht und gemeint: ‘Das ist aber eine schlechte Akustik hier. Wir müssen ein paar Neger in die Ecke stellen!‘ Sie hätten einen farbigen Mitschüler in der Klasse gehabt, erinnert sich Horn“.

(Lesenswertes über die Regungen des deutschen Volkszorns und das rassistische Racheurteil der Erben Freislers schreibt auch der Blogger Bikepunk.)

Sozialismus heute

Thilo Sarrazin

Volksgemeinschaft zurück ins Klo

Von vor zwei Jahren und immer noch aktuell:

Zucht und Integration

Der Begriff Integration ist somit eine Möglichkeit für Mehrheitsdeutsche, die Spaltung zwischen „Wir“ und „Sie“ zu vertiefen, anstatt diese zu verkleinern; er wird immer wieder als eine Form der Züchtigung benutzt (du stehst unter uns), als eine Form des Othering (du wirst niemals einer von uns sein) und als ein effektives Werkzeug der politischen Rhetorik, eben weil es nicht messbar, undefinierbar und unerreichbar ist.

—Jennifer Petzen, „Wer liegt oben? Türkische und deutsche Maskulinitäten in der schwulen Szene“. In: Ifade (Hrsg.), Insider — Outsider : Bilder, ethnisierte Räume und Partizipation im Migrationsprozess (Bielefeld : transcript, 2005), 167 f.