Archiv der Kategorie 'Homophobia'

Veranstaltungshinweis Halle

Der „homophobe Moslem“ — eine deutsche Verdrängungsleistung

Im „Muslim-Fragebogen“, den die baden-württembergische Landesregierung 2005 entwickelte, wird die Toleranz gegenüber Homosexuellen zu jenen „westlichen Werten“ gezählt, die man von muslimischen EinwanderInnen potentiell bedroht sieht. Das überrascht – gerade aus dem Munde der CDU, die nach dem Krieg nicht einmal davor zurückschreckte, den „Homosexuellenparagraphen“ 175 in seiner verschärften Nazi-Fassung zu übernehmen, um das Lebensglück zehntausender Schwuler systematisch zu zerstören. Eine kollektive Amnesie scheint sich über die Geschichte der Homophobie in Deutschland und dem Westen ausgebreitet zu haben. (mehr…)

Oublier Adorno

ché beschwert sich in einem Blogeintrag über die angebliche Feindschaft linker Schwuler gegen die Kritische Theorie. Nun, ich weiß nicht, wie breit die empirische Basis ist, auf der ché seine Aussagen tätigt ;) … aber ich beantworte den Beitrag wenigstens mal für mich selbst. (mehr…)

The Sources of Bigotery

Peter Tatchell Heutige Top-Meldung auf kreuz.net:

Harte Zahlen belegen: Solange der Homo-Lebensstil nicht gestoppt wird, ist Aids-Prävention sinnlos.

Woher kommt eigentlich dieser notorische Zwang katholischer Fundamentalisten zur Beschäftigung mit (und Entwertung von) Homosexuellen? (mehr…)

Freiheit und Zwang — eine christliche Übung in Dialektik

Patriarch Alexius II.Die russisch-orthodoxe Kirche beschwert sich über die von säkularen Gesellschaften aufgezwungenen Freizügigkeiten und pocht stattdessen (so darf man im Umkehrschluss folgern) auf die Freiheit zum Zwang. Dies berichtet das katholisch-fundamentalische Nachrichtenportal kath.net (das nicht mit dem ideologisch gleich gelagerten kreuz.net verwechselt werden darf):

Moskauer Patriarch Alexij übt scharfe Kritik an protestantischen Kirchen wegen der dort stattfindenden Priesterweihen von Frauen und Homosexuellen — Willkür in der westlich-säkularen Gesellschaft — Man bekommt überall liberale Standards aufgezwungen

Zugleich beklagte sich der russische Patriarch auch über die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, die in einigen liberalen protestantischen Gemeinden praktiziert wird. Als es 2003 ein Pope tatsächlich wagte, ein männliches Paar zu segnen, ließ Alexij kurzerhand die ganze Kapelle abreißen, weil das Gebäude im magischen Denken des Patriarchen dadurch „entweiht“ war.

Dass seine eigene Kirche bis zum 20. Jahrhundert einen mittlerweile recht gut untersuchten Ritus feierte, in dem zwei Männer durch die Ableistung eines Liebesschwurs und den Austausch eines Kusses „zu Brüdern gemacht“ wurden (daher auch der Name des Ritus: Adelphopoiesis, slaw. pobratimstvo, wörtl. „Brüdermachen“), vergaß der Patriarch dabei geflissentlich zu erwähnen. Denn so freizügig, der eigenen Geschichte Gewalt anzutun, um säkularen Gesellschaften wie der ehemaligen Sowjetunion eine frei erfundene Tradition aufzuzwingen, ist man in der russisch-orthodoxen Kirche allemal.

Wasted Life

One of the United States‘ most influential evangelical preachers is (or was until a week ago) pastor Ted Haggard. He’s had conference calls with the White House on a regular basis and is depicted by Richard Dawkins, right at the start of his documentary „The Root of All Evil?“, as a main figure in the evangelical struggle against science and evolution theory. As a matter of course, Haggard has also been part in the Christian crusade against homosexuality, but now the man, married with 5 children, stumbled himself over allegations of a 3-year-long affair with a gay prostitute and was forced to resign as president of the National Association of Evangelicals, a fundamentalist umbrella organisation representing more than 45,000 churches with 30 million members. Here’s a funny commentary about this latest case in a long queue of very similar incidents that keep rocking Christian America:

At first, Mr Haggard denied the allegations, though everyone laughed at him. But pretty soon, he actually confessed — to be a self-loathing homophobe:

The fact is I am guilty of sexual immorality. […] I am a deceiver and a liar. There’s a part of my life that is so repulsive and dark that I‘ve been warring against it all of my adult life.

Instead of abandoning his fundamentalist creeds he’s now undergoing years of self-torturing and Christian penitence, a practice that’s called „spiritual restoration“ and will be supervised by his evangelical peers.

Voodoo-Zauber gegen Pride Parade

Das rabbinische Hochgericht — ein außerstaatliches Gremium der Haredi-Gemeinde, das in Israel vor allem für sein Zertifikationslogo für koscheres Essen bekannt ist — hat angekündigt, die Organisatoren der Gay Pride Parade in Jerusalem mit einem kabbalistischen Todesfluch, der sogenannten ‚Pulsa Danura‘, zu belegen. Das letzte Mal, dass das rabbinische Hochgericht zu diesem Mittel griff, war vor 50 Jahren, als in Jerusalem das erste gemischtgeschlechtliche Schwimmbad eröffnet wurde. Der verantwortliche Bürgermeister Gerschon Agron, notierte Rabbi Papenheim in einer Sendung des Armeeradios am Dienstag, habe daraufhin das Ende des Jahres nicht mehr erlebt. (mehr…)

Trembling Before Gays

Haredi Riots in Jerusalem
Religious Riots against Gay Pride in Jerusalem

Am Freitag soll die Gay Pride Parade in Jerusalem stattfinden. Doch dass es tatsächlich so weit kommt, ist ziemlich unwahrscheinlich. Wer an der Parade teilnimmt, begibt sich in Gefahr für Leib und Leben. Ultraorthodoxe Juden (sog. Haredim) führen sich schon jetzt auf wie die allerletzten Ayatollahs, randalieren durch die Stadt und werden von großen Teilen der Regierung in ihrem religiösen Eifer auch noch unterstützt.

In einer Umfrage, die Ynet unter den Ministern von Ehud Olmert durchführte, stellten sich nur zwei: die Erziehungsministerin Prof. Yuli Tamir von der Arbeitspartei und der Minister für Rentenfragen, Rafi Eitan, hinter die Parade. Eitan, mittlerweile 80 Jahre alt und Vorsitzender der israelischen „Grauen Panther“, ist berühmt für seine historische Rolle als Leiter der Geheimdienstaktion, die 1960 zur Ergreifung des Massenmörders Adolf Eichmann führte. Doch ein solches Stehvermögen gegen die mitregierenden Ultras bringen im Kabinett Olmert nur wenige auf. Vizepremier Shimon Peres — einstmals ungekrönter Prinz der Arbeitspartei, bevor er mit Ariel Scharon die Kadima gründete — stellte sich gar offen an die Seite der vier Minister von der nationalreligiösen Shas-Partei. Demgegenüber enthielt sich der konservative Premier Ehud Olmert diplomatisch der Stimme, äußerte aber wegen der „provokativen Natur“ der Parade zugleich Verständnis für die Ausschreitungen der Fundamentalisten.

Zuspruch erhielten die „Proteste“ — in Wirklichkeit der Versuch, die Organisatoren der Parade durch unverhohlene Gewaltdrohungen zur Aufgabe ihres Vorhabens zu erpressen — auch von Seiten des staatlich israelischen Oberrabbinats, das über den bösen Plan der Lesben und Schwulen donnerte:

Wir zitterten vor Entsetzen über die Nachrichten von diesem drohenden Anschlag, der von einer Minderheit unserer verlorenen Brüder ersonnen wurde, welche überein gekommen sind, die niedrigsten und abscheulichsten Handlungen zu begehen […]. Sie haben es gewagt, in der heiligen Stadt und ihrem Tempel zu marschieren, um ihre Rebellion gegen die Gesetze der heiligen Torah und die menschliche Moral zur Schau zu stellen, eine Moral, die von den meisten Nationen der Welt geteilt wird.

Avshalom Vilan, oppositionelles Knesset-Mitglied aus den Reihen der linksliberalen Meretz-Partei, war das definitiv zu viel. Er fordert das Eingreifen des Kommissars für Staatsbedienstete: „Das Oberrabbinat von Israel, das an das Beamtengesetz gebunden ist, hat seine Autorität der vollen Länge nach überschritten. Es kann nicht einen unbeschränkten Angriff gegen eine ganze Bevökerungsgruppe führen.“

Derweil gehen die Riots der jüdischen Mullahs weiter, nun bereits zum sechsten Tag in Folge.

(Hat tip to nordstadtsafari)

Homophobia may cause serious damage …

An impressive home-made video from youtube: