Archiv der Kategorie 'Islam'

Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt

Leipzig: Vortrag und Diskussion

Islamische Staaten geraten durch die Verfolgung „Homosexueller“ immer wieder in den Blickpunkt der Medien, und wenn sich hierzulande deklassierte Halbstarke aggressiv gegenüber Schwulen zeigen, fragt man reflexhaft nach ihrem „kulturellen Hintergrund“. Dabei ist die klassische türkische und arabische Liebeslyrik voll von gleichgeschlechtlichen Motiven, die man in der Literatur des „aufgeklärten“ Abendlands vergeblich sucht.

Angesichts dieses Widerspruchs zeichnet der Referent die Konzepte mann-männlicher Liebe und Lust in christlichen und muslimischen Gesellschaften vergleichend nach. Er zeigt den historischen Anteil des Westens an der Formierung antihomosexueller Diskurse in der islamischen Welt und belegt, dass auch in Deutschland – trotz aller gegenwärtigen Liberalität – von einer Auflösung des heteronormativen Korsetts keine Rede sein kann.

Leipzig
Fr., 21. Nov. 2008, 19 Uhr
Hochschule für Grafik und Baukunst (HGB)
Wächterstr. 11, Raum 2.41
Veranstalter: Antira-Referat des StudentInnenRates der Universität Leipzig

Berlin
Do., 11. Dez. 2008, 16 Uhr
Freie Universität Berlin
Habelschwerdter Allee 45, Hörsaal 2
Veranstalter: Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) & Schwulenreferat

Doofe Menschen

Lustigster Klappentext ever:

In diesem Buch lesen Sie, was die Islamisten gerne vor Ihnen verborgen hätten. Es ist die wohl erschreckendste Chronologie über die Ausbreitung des Islam in Europa. Hier lesen Sie aber auch, was Ihnen die deutschen Massenmedien verschweigen. Fakten, die Ihnen den Atem stocken lassen — in einer Fülle, die erdrückend ist. Was schon lange prophezeit wurde, scheint nun finstere Realität zu werden: Der Untergang des Abendlands!

Platz 269 der Amazon-Charts — wenn das nicht mal wirklich der Untergang des Abendlands ist!

Die Vertreibung aus dem Serail

Die Vertreibung aus dem Serail : Europa und die Heteronormalisierung der islamischen WeltEuropa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt

Islamische Staaten geraten durch die Verfolgung Homosexueller immer wieder in den Blickpunkt der westlichen Medien, die solche Vorfälle gern als Zeichen kultureller Rückständigkeit interpretieren. Einige Bundesländer schlugen deshalb vor, Muslime im Einbürgerungsverfahren nach ihrer Einstellung zu Homosexuellen zu befragen. Zeigen sich deklassierte Halbstarke aus Migrantenfamilien aggressiv gegenüber Schwulen, werden reflexhaft religiöse Motive unterstellt. (mehr…)

Nightmare on Elm Street

Freddy ist wieder auf Freigang … ;)

Freddy

Watchblog Islamophobie stellt Betrieb ein

Das Watchblog Islamophobie ist an diesem Wochenende leider abgeschaltet worden. Hauptgrund ist die Erkrankung von Bigberta, deren langjähriges Engagement von Huib Riethof hier noch einmal gewürdigt wird.

Im Hintergrund dürften aber auch die Angriffe durch Udo Ulfkotte eine Rolle spielen, der mit seiner Organisation Pax Europa den „Counter-Jihad“ ausgerufen hat und seit einiger Zeit an einer Allianz rechter europäischer Parteien gegen den „Islam in unseren Städten“ schmiedet. Durch Klagen konnte er die Betreiber des Watchblogs, welche ihm u.a. diverse antisemitische Äußerungen nachgewiesen hatten, in gleichermaßen ruinöse wie nervenaufreibende Prozesse verwickeln, die, um es vorsichtig auszudrücken, der Gesundheit von Bigberta sicher nicht förderlich gewesen sind.

Von mir daher die allerbesten Wünsche für ihre baldestmögliche Genesung in der Hoffnung, dass sie ihre wichtige Arbeit bald unter einem günstigeren Stern fortsetzen kann! Bis dahin der Link auf ein Projekt, das, ohne es in seiner thematischen Breite ersetzen zu können, gleichwohl in mancher Hinsicht verspricht, die Nachfolge des Watchblogs anzutreten: das Blog POLITISCH KORREKT von Dietmar Näher. Bitte aktualisiert eure Links!

Das Problem heißt Rassismus

Der Blog Entartetes Engagement fasst die Ergebnisse der neuen „Muslimstudie“ kurz und knackig zusammen:

Im Auftrag des Schäuble-Ministeriums erstellten die Hamburger Forscher Katrin Brettfeld und Peter Wetzels die Studie “Muslime in Deutschland”, bei welcher in vier großstädtischen Regionen rund 1000 Muslime befragt wurden. Insgesamt sehen die Ergebnisse wie zu erwarten aus. Nur eine Minderheit der Muslime (5,5%) hält Gewalt zur Ausbreitung des Islams für gerechtfertigt. 90% der befragten Muslime halten Selbstmordanschläge für feige und eine ebenso große Anzahl an befragten Personen lehnt das Töten von Menschen im Namen der Religion ab. Jedoch fühlen sich 50% der Muslime von der Gesellschaft ausgegrenzt und 20% erlebten selbst in den vergangenen zwölf Monaten Ausländerfeindlichkeit.

Die Anzahl der Muslime, die antisemitische Vorurteile mit sich tragen und demokratiefeindlich eingestellt sind, sind, so die Forscher, etwa mit den Zahlen aus der deutschen Bevölkerung zu vergleichen.

[…]

So stellte Belkir Alboga selbst fest, dass der Islam Demokratiefeindlichkeit nicht fördere und sich die Einstellung zu Demokratie und Rechtsstaat zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen kaum unterscheidet.

Welchen Ismen gehört St. Georg?

Am Mittwoch, den 12. Dezember 2007, findet eine Podiumsdiskussion der AG Queer Studies an der Uni Hamburg statt, angeregt durch eine Reihe mehr oder weniger rassistischer Artikel und Leser_Innenbriefe im Hamburger Homo-Magazin „Hinnerk“:

Ausgangspunkt ist eine Debatte zum viel besungenen „Kulturkampf“, für dessen Schauplatz dieses Mal der Hamburger Stadtteil St. Georg auserkoren wurde und in dem DER Islam und DIE Schwulen gegeneinander antreten sollen.

Anstelle einer Diskussionsrunde über potenzielle Lösungswege für ein „Stadtteilproblem“ wird eine kritische Perspektive eingenommen, in der die Hamburger Diskussion in den Kontext der Islam- und Integrationsdebatte der letzten Jahre eingeordnet wird. Von unterschiedlichen Standpunkten aus wird diskutiert, wie Islamophobie und Homophobie verstrickt sein können und welche Interventionsmöglichkeiten es in solche Debatten gibt, die stark von Stereotypen über „die Anderen“ geprägt sind.

Mittwoch, 12. Dezember 2007, 19 Uhr
Hörsaal F im Phil-Turm, Von-Melle-Park 6, Uni Hamburg

Veranstaltungshinweis Halle

Der „homophobe Moslem“ — eine deutsche Verdrängungsleistung

Im „Muslim-Fragebogen“, den die baden-württembergische Landesregierung 2005 entwickelte, wird die Toleranz gegenüber Homosexuellen zu jenen „westlichen Werten“ gezählt, die man von muslimischen EinwanderInnen potentiell bedroht sieht. Das überrascht – gerade aus dem Munde der CDU, die nach dem Krieg nicht einmal davor zurückschreckte, den „Homosexuellenparagraphen“ 175 in seiner verschärften Nazi-Fassung zu übernehmen, um das Lebensglück zehntausender Schwuler systematisch zu zerstören. Eine kollektive Amnesie scheint sich über die Geschichte der Homophobie in Deutschland und dem Westen ausgebreitet zu haben. (mehr…)