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Kultureller Rassismus

In Vorbereitung auf eine mündliche Prüfung musste ich in drei Tagen ein kleines Exposé zum Thema „kultureller Rassismus“ verfassen. Das Thema hat sich jetzt zu „‚Kultur‘ und ‚Rasse‘ im Deutschen Kaiserreich“ verschoben. Aber damit ich das Papier nicht ganz umsonst geschrieben habe, mülle ich jetzt einfach mal meinen Blog damit zu! Vielleicht interessiert’s ja jemanden … ;) (mehr…)

Klassiker der verkürzten Kapitalismuskritik. Heute: Theodor W. Adorno

Da jetzt wieder vermehrt nach verkürzter Kapitalismuskritik gefahndet wird, hab ich mir diesbezüglich mal einen Theoretiker vorgenommen, der ja gerade bei den antideutschen Kritiker_innen der G8-Mobilisierung in hohem Ansehen steht: den guten alten Theodor W. Adorno. Und natürlich bin ich gleich fündig geworden, weil ich als ehemaliger Fan (those were the 90’s!) nicht erst lange überlegen musste, wo ich nachschlagen soll. So heißt es etwa in der Negativen Dialektik auf S. 150: (mehr…)

Who’s anti-Semitic?

Aus der EUMC-Studie „Manifestations of Antisemitism in the EU 2002 – 2003″ (Part on France):

On the whole the ‘Sofres’ director concluded that there is “no massive antisemitism among the youth of North African origin (…) It is thus essential not to stigmatize a community (…) which, in its great majority, rejects antisemitism”. Compared with the whole group of people between 15 and 24, the survey shows that the young people of North African origin are in fact even more intolerant of antisemitism than the average. This might be explained by the fact that antisemitic acts or attitudes remind them that they have themselves suffered from racial or cultural discrimination, as Muslims or as children of North African parents.

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Falsche Beschuldigungen

Bernhard Schmid berichtet im AIB über eine neue Mode ungerechtfertigter Pauschalanschuldigungen gegenüber arabischen Franzosen:

Eine eindeutig schädliche Einwirkung übten allerdings jüngere Ereignisse aus, bei denen öffentlich angeprangerte antisemitische Aggressionen sich als vorgetäuscht erwiesen und schon früh eine Denunziation angeblicher »arabischer/migrantischer Tätergruppen« erfolgte. Das bekannteste Ereignis in dieser Hinsicht bildet die angeblich antisemitisch motivierte Attacke, die die 24jährige (Nichtjüdin) Marie L. im Juli 2004 im Pariser Vorortzug RER erlitten haben wollte. (mehr…)

Umfrage belegt rassistische Projektion

Die Drecksmär von den „Frauen schlagenden Muslimen“ lässt sich durch Empirie offenbar nicht widerlegen. Kein Wunder, es handelt sich ja auch um ein rassistisches Phantasma, das die islamische Welt als Hindernis auf dem Weg zur vollen Verwirklichung der „westlichen Werte“ halluziniert:

Umfragen in vier arabischen Staaten, die im Rahmen des diesjährigen Berichts durchgeführt wurden, zeigen, dass die gesellschaftliche Akzeptanz für eine größere Teilhabe der Frau am öffentlichen Leben durchaus vorhanden ist. In Marokko, Ägypten, Jordanien und Libanon wurden jeweils 1000 Männer und Frauen befragt und 98% von ihnen waren der Meinung, dass Mädchen und Frauen bis zur Hochschule die gleiche Bildung genießen sollten wie der männliche Teil der Bevölkerung. […] 97% der Befragten verurteilten zudem das Schlagen der Ehefrau. […] Zudem erklärten 91% der Umfrageteilnehmer, Frauen hätten das gleiche Recht auf Arbeit wie die arabischen Männer.

Dass es in Wahrheit die Deutschen sind, die ihre Frauen schlagen und vergewaltigen (hallo Herr Fischer!), dies dann aber den Muslimen als besonderes Merkmal unterschieben, um sie ausgrenzen, zurechtweisen und sanktionieren zu dürfen, ist natürlich klar. So funktioniert eben Rassismus.

Žižek über Antisemitismus und Islamophobie

Das neue Buch von Slavoj Žižek, The Parallax View, erscheint mir alles andere als unproblematisch. Deshalb hier nur einen kurzen Ausschnitt dessen, was ich an seiner Analyse des europäischen Antisemitismus noch durchaus anregend und inspirierend fand (pp. 253--258). Dummerweise hab ich mir in meinem Authentizitätswahn die englische Ausgabe des Buches gekauft, was sich hinterher als herber Fehler herausstellte, weil Slavoj Žižek selbst kein native speaker ist und die deutsche Übersetzung wenigstens von einer Muttersprachler_in besorgt gewesen wäre. But never mind, here he goes: (mehr…)

Victimless Crime Punished With 10 Years

Es ist ein Fall staatlicher Repression, der es trotz seines kruden Charakters in keinen Menschenrechtsbericht schaffen und wohl auch nicht für internationalen Aufruhr sorgen wird. Denn beim Verursacher handelt sich um einen Gewaltmonopolisten, dem die Menschenrechte noch vor jeder Prüfung auf der Haben-Seite angerechnet werden: den US-amerikanischen Staat. Und doch macht das Schicksal des zur „Tat“zeit 17-jährigen Genarlow Wilson, der wegen einverständlichem Oralverkehr mit einem 15-jährigen Mädchen insgesamt 10 Jahre lang in einem dreckigen Loch sitzen soll (und dies auch schon seit fast zwei Jahren tut), einfach fassungslos. (mehr…)

Some Foucauldian Reflections on „Pedophilia“

Eigentlich wollte ich den bescheuerten Olifanis hier keine weitere Aufmerksamkeit schenken, aber die Selbstviktimisierung, die diese Leute bei ihrer Hexenjagd auf „Pädophilen-Freunde“ betreiben, ist doch zu ärgerlich. Es fing an mit einem an Lächerlichkeit kaum zu überbietenden Blogeintrag von Schokolade, die eine absolut sachliche und interessante Diskussion über Pädophilie, Sex von Jugendlichen und die drohende Verschärfung des Sexualstrafrechts mit dem Satz kommentierte: „oh nein, der arme lysis darf keinen sex mehr mit 14-jährigen haben!!!!“ Statt auf die Argumente einzugehen, versuchte sie, personalisierend die Leute zu treffen, die an dieser Diskussion teilgenommen hatten. Kurioserweise griff sie dabei ausgerechnet mich heraus, der geschrieben hatte, dass ihm „Sex mit Kindern (also mit Personen unter 12) indiskutabel“ erscheine, da es diesen „mitunter sehr schwer möglich ist, so etwas wie einen autonomen Willen gegenüber Erwachsenen zu formulieren, die sie ja in ihrer Erziehung durchweg als Autoritätspersonen kennengelernt haben, denen man gehorchen muss“. (mehr…)