Archiv der Kategorie 'Post-Antigerman'

Bahamas relaunched

Bahamas 1/10

… via Der proletarische Club

Trennungsstrich gezogen

junge Welt, 17. 11. 2008:

Mit dem Ausschluß eines antideutschen Verlags endete in Nürnberg die 13. Linke Literaturmesse

Mit einem klaren Beschluß der Mehrheit aller Aussteller endete am Sonntag die 13. Linke Literaturmesse in Nürnberg: Der Verlag »Ça ira« wird künftig ausgeschlossen. Die anderen Verlage wollen es sich und ihrem Publikum nicht länger zumuten, daß auf dem Messestand von »Ça ira« die »antideutsche« Zeitschrift Bahamas ausliegt. Sie empfinden es auch als unverfroren, wie leichtfertig anderen Linken in Veranstaltungen und Publikationen dieses Verlages Antisemitismus vorgeworfen wird. Die Aussage, die RAF sei »der verlängerte Arm der SS« gewesen, sei nach einhelliger Meinung der Höhepunkt der Geschichtsklitterung gewesen. Im Vorfeld der Messe war »Ça ira« darüber hinaus unverhohlene Sympathie für einen Krieg gegen den Iran vorgeworfen worden.

The (Anti-)German sickness — a view from the outside

CrimethInc, an anarchist zine from the U.S., on the formerly „anti-German“ islamophobic left:

It would be nice to stop at the conclusion that the Anti-Germans have simply been provoked by their enemies into thoughtlessly adopting contradictory positions, but the fact that they have crossed into nationalism and borderline racism suggests something more insidious: that in setting out to resist fascism, they have been infected by it, perhaps as a result of the same German predispositions they aim to oppose. In studying their example, we can recognize the importance of developing a nuanced critique of power relations, but we are also reminded of Nietzsche’s dictum that those who do battle with monsters must take care lest they become monsters themselves. (via)

Edit: For further discussion see negative potential…!

Unverstandene Binsenweisheit

So, das vorläufig letzte Zitat in meiner Žižek-Reihe ist natürlich nichts als ein Seitenhieb auf „anti“deutsche Žižek-Fans, die mich in den letzten Tagen so genervt haben:

Wenn man die israelische Besetzung der Westbank bedingungslos ablehnt, sollte man die antisemitischen Übergriffe in Westeuropa, die sich selbst als „exportierte Intifadah“, d.h. als Solidaritätsbekundung mit den unterdrückten Palästinensern rechtfertigen, genauso bedingungslos ablehnen (von Angriffen auf Synagogen in Deutschland bis zu Hunderten von antisemitischen Vorfällen in Frankreich im Herbst 2001). Man darf hier kein „Verständnis“ zeigen. Es darf keinen Platz geben für die Logik des „Aber man muß die Angriffe auf die Juden in Frankreich als eine Reaktion auf das brutale Vorgehen der israelischen Armee verstehen!“, genauso wenig wie für die Logik des „Aber man kann die militärische Reaktion ja verstehen; wer hätte keine Angst nach dem Holocaust und zweitausend Jahren Antisemitismus!“ Auch hier sollte man sich der doppelten Erpressung widersetzen: Wenn man für die Palästinenser ist, ist man eo ipso antisemitisch, und wenn man gegen den Antisemitismus ist, muß man eo ipso pro Israel sein. Die Lösung ist nicht ein Kompromiß, das „rechte Maß“ zwischen den beiden Extremen, sondern man muß beide Projekte radikal bis zum Schluß verfolgen, die Verteidigung der Rechte der Palästinenser und die Bekämpfung des Antisemitismus.

Slavoj Žižek, Die Revolution steht bevor. Dreizehn Versuche über Lenin (Suhrkamp: Ffm., 2002), 67 Fn. 8.

Mehr über Žižeks aktuelle Positionen zum Nahostkonflikt und die neuesten Antisemitismusvorwürfe gegen den slowenischen Philosophen…

Okkulter Marxismus

Es gibt eine vielzitierte Geschichte über Diderot und Euler, derzufolge es Euler in einer öffentlichen Debatte in St. Petersburg gelang, den Freidenker Diderot in Verlegenheit zu bringen, indem er behauptete, einen algebraischen Beweis für die Existenz Gottes zu besitzen: „Monsieur, es ist (a+b^n)/n = x, also existiert Gott; antworten Sie!“

Die Geschichte ist natürlich frei erfunden. Keine Fiktion ist allerdings das urkomische Zitat von Stephan Grigat über die Herleitung seiner außenpolitischen Präferenzen aus der Marxschen Gleichung „x Ware A = y Ware B“, das negative potential in seinem Weblog ausgegraben hat. Doch nicht nur das, Grigat hat über diese die ganze „antideutsche“ Weltanschauung scheinbar wie eine Nußschale umschließende Formel sogar eine eigene Dissertation geschrieben, die jetzt in einem Freiburger Fachverlag für Marxismus-Mystizismus erschienen ist. Ob die Lektüre allerdings auch so ein Spaß ist wie die von Gerhard Scheits intellektueller suicide attack?

Der Krieg als Vater aller Dinge

Da Che, der Sympathie mit „Anti“deutschen ansonsten unverdächtig, seinen Leser_innen die neue Phase 2 empfohlen hat, ging ich mir die gleich mal kaufen. Angetan hat’s ihm besonders eine Passage aus einem Artikel, der vom Ressortleiter „Ausland“ der linksbellizistischen Wochenzeitung Jungle World besorgt wurde: Jörn Schulz.

Vordergründig (und im Einklang mit der objektiven Entwicklung in den USA) zum außenpolitischen „Realismus“ zurückfindend, vertritt der Mann in Wirklichkeit eine krude Histomat-Weltanschauung, wonach das Ziel in den peripheren Ausbeutungszonen des Weltsystems erstmal eine „nachholende kapitalistische Entwicklung“ sowie die „Durchsetzung von Lohnarbeit und Warenproduktion als gesellschaftliche Prinzipien“ sein müssten — gerade so, als hätte er noch nie davon gehört, dass die „Unterentwicklung“ der sog. Dritten Welt Effekt ihrer abhängigen Entwicklung vom kapitalistischen Weltmarkt ist und nicht etwa der Tatsache zu verdanken, dass ihre Integration in den Kapitalismus noch nicht hinreichend bewerkstelligt wäre. (mehr…)

Schenkelklopfer

*lol* Antideutsche haben so einen Schaden …

Marx Adorno Bush

„Linker Antisemitismus“ & andere Schimären (II)

zum thema “linker antisemitismus” erwähnt gessler in seinem buch auch das blogportal x-berg.de: dort “finde man massenhaft hetztiraden nach dem muster ‘keine toleranz für zionistenschweine und judeofaschisten’”.

=))

Schenkelklopfer via Dissidenz