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A schoolboy’s friendship

Benjamin Disraeli, 19th-century novelist, Conservative statesman and twice prime minister, on boys love in the British upper class:

At school, friendship is a passion. It entrances the being; it tears the soul. All loves of after-life can never bring its rapture, or its wretchedness; no bliss so absorbing, no pangs of jealousy or despair so crushing and so keen! What tenderness and what devotion; what illimitable confidence; infinite revelations of inmost thoughts; what ecstatic present and romantic future; what bitter estrangements and what melting reconciliations; what scenes of wild recrimination, agitating explanations, passionate correspondence; what insane sensitiveness, and what frantic sensibility; what earthquakes of the heart and whirlwinds of the soul are confined in that simple phrase, a schoolboy’s friendship! Tis some indefinite recollection of these mystic passages of their young emotion that makes grey-haired men mourn over the memory of their schoolboy days. It is a spell that can soften the acerbity of political warfare, and with its witchery can call forth a sigh even amid the callous bustle of fashionable saloons.

From: Benjamin Disraeli (1844), Congingsby, Chapter IX.

Jungle Welt goes culturalism

Mei, waren das noch Zeiten, als der englische Dichter und Kulturkritiker Matthew Arnold (gest. 1888) culture als „the best that has been thought and said“ definierte — und zwar ganz unabhängig davon, wo es vom Stapel gelassen wurde. Aber Nick Cohen, Renegat der britischen Linken, hält es ja lieber mit der Tradition von Johann Gottfried Herder, der den Kulturbegriff völkisch departmentalisierte:

Die Linke hat im 20. Jahr­hundert die großen Kämpfe um die Gleichberech­tigung der Frauen, gegen den Rassismus und die Homophobie gewonnen. [So, hat sie das?] Aber sie schleppt als Erbe mit sich herum, dass es rassistisch sei, andere Kulturen zu kritisieren, und seien sie noch so autoritär.

Herr Cohen, vielleicht ist es ja auch schon rassistisch, die Gesellschaften des Nahen und Mittleren Ostens als „andere Kulturen“ zu betiteln? (Einmal davon abgesehen, wie unverschämt es ist, Homophobie und Rassismus überhaupt unter „Kultur“ zu fassen; in Ihrem eigenen Fall tun sie das doch auch nicht!) Aber da haben Sie und die von Ihnen denunzierte Linke ja mal was gemeinsam aufzuarbeiten. Am besten im Verein mit dem deutschen Kriegsblättchen, das Sie zusammen mit einem rassistischen Pornostar auf seine neu hingerotzten Seiten geholt hat.