Tag-Archiv für 'broder'

Kulturkampffeminismus und Gender-Backlash

Ein Topos, der in den Antimigrationsdebatten der letzten Jahre massiv ausgebeutet wurde, war das Thema Geschlechterverhältnisse. Ein Sammelband mit dem Titel Mann wird man, der noch für diesen Monat angekündigt ist, verspricht geistiges Rüstzeug gegen die rechtspopulistische Mobilisierung im Namen des Feminismus:

Junge muslimische Männer sind die neuen Sündenböcke in den westlichen Gesellschaften — sie werden dämonisiert und sensationalisiert. Das seit dem „11. September“ gesteigerte Interesse an muslimisch-migrantischen Geschlechterbeziehungen gilt vornehmlich dem Stereotyp des „aggressiven und patriarchalen Migranten“. Die Frage nach der konkreten Bedeutung von Migration und Religion für die Transformation und (Re-)Konstruktion männlicher Identitäten wird nicht gestellt. Dieser Band schließt die Lücke in der deutschsprachigen Forschung und bringt interdisziplinäre Forschungsergebnisse zu den Schnittstellen von „Migration und Männlichkeit“ sowie „Maskulinität und Islam“ zusammen.

Derweil beschäftigt sich teilnehmende beobachtungen, der erfreulicherweise das Bloggen wieder aufgenommen hat, mit dem antimuslimischen Stehpinkler Henryk M. Broder.

Brodaganda 2

Der von Helmut Markwort gekrönte Börne-Preisträger Henryk M. Broder kann es offenbar nicht ertragen, dass Kölner Antifaschisten den „Anti-Islamisierungskongress“ der vereinigten europäischen Rechten sabotiert haben. Und so wird er ausfällig. Highlight seiner Holzerei auf der Achse der Blöden ist die Titulierung der Antifa als „alternative SA“. Immerhin, damit hat er von den Rechten jetzt sogar die Sprache übernommen!

Kritik im Handgemenge

taz-Debatte: „Rufmord und rassistische Hetze“ (via lizas welt)

Quo vadis

Henryk M. Broder hält einen Vortrag vor Schweizer Rechtsradikalen, Matthias Küntzel publiziert sein Werk in einem neofaschistischen US-Verlag. Wohin des Wegs?

Hassen ohne Reue

Schon komisch, dass sich die deutschen Eliten angesichts von Ludwigshafen äußern, als hätte man sie neben der verkohlten Ruine mit einem Benzinkanister in der Hand erwischt. Die ARD verschiebt aus Gewissensbissen sogar ihren zweiten „Türken-Tatort“ (BILD); sie wird wissen warum. Nur Broder & Co. sehen keinen Grund, wegen neun verbrannter Moslems beim Zündeln eine Pause einzulegen: Da könnte man ja gleich zum Dhimmi werden!

Broderline Syndrom

Ein User-Kommentar bei queer.de (Nr. 33), der sich das islamophobe Broder-Milieu vornimmt, bringt’s meiner Meinung nach auf den Punkt:

massenhaft leben und biographien zu entwerten oder auszulöschen ist ein ausdruck des neoliberalismus. den islamismus als menschheitsgefahr zu inszenieren und moslems in deutschland zu den neuen bewohnern von schdedln zu machen, ist die ablenkung davon. das ganze geht mit der hysterisierung der mittelschicht einher und ist nicht neu. […] die beteiligung einiger jüdischer kreise an diesem treiben, das wohl auch dem selbstschutz dienen soll, ist für mich nachvollziehbar. der momentane nutzen liegt auf der hand. besser die als wieder wir. und so unterlassen die broderline persönlichkeiten dieser milieus nichts, um deutsche wieder hassen und töten zu lehren. ich bin nicht sicher, ob dieser schuss nach hinten losgeht.