Tag-Archiv für 'catholic'

C‘est l‘Eglise!

Eine Religion, die derart Anspruch erhebt auf die tägliche Regierung der Menschen in ihrem wirklichen Leben unter dem Vorwand ihres Heils und im Maßstab der Menschheit, das ist die Kirche, und es gibt dafür in der Geschichte der Gesell­schaften kein weiteres Beispiel. Ich denke, daß sich hier, mit dieser Institutionalisierung einer Religion als Kirche – und ich muß dies recht knapp ausführen – ein Machtdispositiv zumin­dest in seinen großen Linien formt, das nirgendwo sonst zu finden ist, ein Machtdispositiv, das niemals aufgehört hat, sich innerhalb von fünfzehn Jahrhunderten zu entwickeln und im großen und ganzen zu verfeinern, sagen wir, vom zweiten, dritten Jahrhundert nach Christus bis zum 18. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Die pastorale Macht, die vollkommen an die Organisation einer Religion als Kirche gebunden ist, der christlichen Religion als christlicher Kirche, diese pastorale Macht hat sich zweifellos im Laufe dieser fünfzehn Jahr­hunderte währenden Geschichte beträchtlich verändert. Zwei­fellos wurde sie in verschiedene Formen deplaziert, disloziert, transformiert, integriert, doch wirklich abgeschafft wurde sie im Grunde genommen nie. Und wenn ich das 18. Jahrhundert als Ende des pastoralen Zeitalters ansetze, ist es wahrscheinlich, daß ich mich nochmals irre, denn die pastorale Macht, die als Macht ausgeübt wird, ist in ihrer Typologie, ihrer Organisation, in ihrer Funktionsweise tatsächlich etwas, von dem wir uns zweifellos noch immer nicht frei gemacht haben.

Michel Foucault, Sicherheit, Territorium, Bevölkerung : Geschichte der Gouvernementalität 1 : Vorlesung am Collège de France 1977-1978. Hrsg. v. Michel Sennelart, übers. v. Claudia Brede-Kronersmann u. Jürgen Schröder. Frankfurt a. M. : Suhrkamp, 2006. 218 f.

Schrei nach Verbot des Katholizismus

„Die unbereute Homo-Perversion ist nach katholischer Lehre eine Entartung der menschlichen Natur, die zum Himmel nach Rache schreit.“ (kreuz.net)

Das System katholische Kirche, oder:
La mala educación

Dublin (AFP) — Ein tausende Seiten starker Bericht über die Qualen von Mädchen und Jungen in Einrichtungen der katholischen Kirche erschüttert Irland. Prügel und der sexuelle Missbrauch vor allem von Jungen waren in diesen Häusern seit den 30er Jahren an der Tagesordnung, wie aus der Studie hervorgeht. […]

Die Kinder hätten jeden Tag aufs Neue in Angst vor Schlägen gelebt, heißt es in dem Bericht, den die irische Regierung vor neun Jahren in Auftrag gegeben hatte. Ein „Klima der Angst“ habe in den meisten Einrichtungen geherrscht, schreiben die Verfasser des 2500-seitigen Dokuments. In Einrichtungen für Mädchen habe es auch sexuellen Missbrauch gegeben, allerdings nicht systematisch. Die Täter konnten demnach „über einen langen Zeitraum unentdeckt“ handeln. Den Opfern sei nicht geglaubt worden, sie seien der Verdorbenheit bezichtigt und oft schwer bestraft worden.

Die Studie wirft Kirche und Staat in Irland vor, die Augen vor den Zuständen in den Einrichtungen verschlossen zu haben. Jeder gemeldete Missbrauch sei von der Kirche als Einzelfall und verschwiegen behandelt worden. Bestenfalls seien die Täter versetzt, zum Schutz der Minderjährigen dagegen sei nichts getan worden. In den wenigen Fällen, in denen das Erziehungsministerium von sexuellem Missbrauch erfahren habe, sei auch vom Staat der Mantel des Schweigens über die Vorfälle gebreitet worden.

Im einzelnen heißt es in der Studie weiter, der Missbrauch von Jungen habe von „unangemessenen Berührungen“ bis hin zur Vergewaltigung gereicht. In Jungenschulen seien die Schüler schon für geringe Vergehen „lange und übermäßig“ körperlich bestraft worden – Ziel sei „soviel Qual wie möglich“ gewesen.

Katholische Nazi-Website spricht von „mongoloiden Abfallmenschen“

Die als katholisches Nachrichtenportal getarnte Nazi-Website kreuz.net spricht in einem ihrer jüngsten Artikel zur Abtreibungsdebatte von „lebensunwerte[n] mongoloide[n] Abfallmenschen“ und stellt sie der Geburt „rassenreine[r] Kinder“ und „Volksgenossen“ gegenüber. Die „Abschlachtung“ ersterer dürfe das Leben letzterer nicht gefährden, so die Quintessenz des anonymen Autors.

In Österreich scheint diese neuartige Synthese von Katholizismus und Nazi-Ideologie im Umkreis von FPÖ (17,5%) und BZÖ (10,7%) mittlerweile ausgesprochen populär zu sein. Dies zeigt nicht nur der Fall des katholischen Nazi-Fundamentalisten Ewald Stadler, der in seinem Land für eine positive Neubewertung der NS-Zeit wirbt. Komisch, dass sich die Antifa damit scheinbar noch nie befasst hat. (Oder gibt’s sowas da unten überhaupt nicht mehr?)

Kreuz mit Haken

Antisemitismus und Holocaust-Leugnung auf katholisch: und wieder schaut keiner hin, wenn christliche Hassprediger ihre Messer wetzen!

Der braune Kardinal

Erzbischof Meisner über „entartete Kunst Kultur“

Call to Chastity …

Catholic Boat Trip

Presented to you by South Park … :D