Tag-Archiv für 'colonialism'

The Iron Wall (2006)

Palestinian documentary about Israeli settlement policy …

Youtube playlist, 6 parts, 57 min.

White men saving brown girls

Kinderprostitution auf den Philippinen„Liebe ist ein Wort aus dem dekadenten Westen“, denn in Afghanistan kennt man so was nicht. Das zumindest postuliert der „kriegsgeile Hardliner Leon de Winter“ (EE) auf SPON. „Liebe ist ein Wort aus fernen Gedichten und Liedern, ein Wort aus dem dekadenten Westen, wo sie keine Ahnung haben von der Härte einer Existenz in der Wüste und vom unaufhörlichen Krieg, der die Essenz des Lebens ist, in diesem Teil der Welt“, dichtet der Schriftsteller aus den Niederlanden im schlechten Ernst-Jünger-Style und gewahrt im Foto von Leuten am Hindukusch den „Blick auf die kollektive Vergangenheit der Menschheit, auf den Horror unserer brutalen Natur“. Denn dieser Natur stehen die Islamis eben noch viel näher als „wir Westler“, die ihrer tierischen Herkunft (welche uns unverstellt aus einem afghanischen Männergesicht anstarrt) solche Phänomene wie „Liebe, Zärtlichkeit, Schönheit, Individualität und Respekt“ erst mühevoll „aufgezwungen haben“. (mehr…)

Für die Wiederbesetzung?

Den Kolonialismus als für die Kolonisierten selbst vorteilhaft darzustellen, das schafft auch unser „anti“deutscher Westentaschen-Ethnologe nichtidentisches, ohne mit der Wimper zu zucken.

Hänge-Peters oder „die blutige Hand“

Zahlreiche Straßen und Plätze sind oder waren bis vor kurzem nach ihm benannt: Carl Peters (1856-1918), erster deutscher „Entwicklungshelfer“ in Ostafrika, 1897 unehrenhaft aus dem Staatsdient entlassen, 1937 durch einen persönlichen Erlass Adolf Hitlers rehabilitiert. 1886 erklärte er zu den Zielen der wesentlich durch ihn eingeleiteten deutschen Kolonialpolitik:

Die Kolonialpolitik will nichts Anderes, als die Kraftsteigerung und Lebensbereicherung der stärkeren, besseren Rasse, auf Kosten der schwächeren, geringeren, die Ausbeutung der nutzlos aufgespeicherten Reichtümer dieser im Dienste des Kulturfortschrittes jener. (mehr…)

Den „faulen Neger“ zur Arbeit erziehen …

Den Kolonialismus als für die Kolonialisierten selbst vorteilhaft darzustellen, hat in Deutschland Tradition. Bislang war dies allerdings mehr oder weniger auf die extreme Rechte beschränkt. Denn wer wollte schon eine genozidäre Politik rechtfertigen, die in der Ära des Imperialismus einen Bevölkerungsrückgang von etwa 60 Millionen Einwohnern in den europäischen Kolonien verursachte? Doch ausgerechnet ein sozialdemokratischer Historiker macht den deutschen Kolonialrevisionismus jetzt auch in linksliberalen Kreisen wieder hoffähig:

Die „nichtwestlichen Regionen des Globus (hätten) aus Mangel an einem hinreichenden endogenen Entwicklungspotenzial durch den westlichen Imperialismus gewaltsam (…) an die moderne Welt angeschlossen werden müssen. (…) die deutsche Arbeitspolitik in den Kolonien (habe gar nicht anders gekonnt), als die Einheimischen in einem langwierigen Disziplinierungsprozess an regelmäßige Arbeit im europäischen Sinn zu gewöhnen“. Solche kruden modernisierungstheoretischen Argumentationsmuster ins Feld zu führen, die den Kolonialismus als eine frühe Form der Entwicklungshilfe verklären, ja das Bild vom „Müßiggang des Negers“ heraufzubeschwören, das war bisher die Domäne Ewiggestriger. Die Feststellungen stammen aber von einem der führenden bundesdeutschen Historiker: Hans-Ulrich Wehler.

Artikel weiterlesen (Word-Dokument) bei „Deutschland Postkolonial“ …

Quote of the Day

„Mr. Gandhi, what do you think of Western civilization?“ „I think,“ replied Gandhi, „it would be a good idea.“

From my current reading: Immanuel Wallerstein, European Universalism: The Rhetoric of Power (2006)

Kecke Neger

Man könnte meinen, Ayaan Hirsi Ali sei in eine deutsche Kolonialschule gegangen. Denn was sie an Rassismus so von sich gibt, wirkt geradezu eingepaukt. Noch schöner fasst ihr Denken nur noch ein bundesdeutsches Erkundebuch für das siebte und achte Schuljahr aus dem Jahr 1985 zusammen:

Wer mit dem Kulturstufenschema gearbeitet hat, der hat begriffen, daß Menschen kulturell aufsteigen können. Der gibt auch jenen Menschen eine Chance, die heute noch nicht auf unserer Stufe stehen. Daß unsere eigenen Vorfahren auf „primitiven Kulturstufen“ gelebt haben, war besonders lehrreich. […] Die Kulturstufen sind wie eine Treppe: Auf den Stufen die Menschen, stehend oder steigend. Ganz oben thronen wir. Unsere Kultur erscheint als Vorbild für die Entwicklung der anderen Kulturen. Das sieht so einfach aus. Die Wirklichkeit ist viel schwieriger: das Hinaufsteigen auf eine höhere Kulturstufe, das Übernehmen einer anderen Kultur, das Aufgeben der eigenen Kultur.

Entwicklungshilfe sei daher „nicht nur Almosen für dumme und faule Menschen“, sondern könne „bei der Entwicklung der Menschen helfen“ und erfülle damit „gewiß einen guten Zweck“. Allerdings darf man den Negern nicht in allem nachgeben:

Auch die Schwarzen ringen heute um Selbstbewußtsein. Auch sie sind empfindlich, besonders gegenüber den Weißen. Die Bezeichnung „Neger“ ist für sie eine Beleidigung. Auch „Schwarze“ wollen viele nicht mehr genannt werden. Auch nicht „Bantu“ wie in Südafrika. Sie selbst wünschen, daß wir „Afrikaner“ sagen, obwohl doch viele Millionen Menschen in Nord- und Südafrika wohl Afrikaner, aber keine Neger sind. Die fortschrittlichen Neger Nordamerikas nennen sich heute gern „Afroamerikaner“. Wann wird auch dieser Name als Beleidigung empfunden werden?

Zitiert nach Henning Melber: Rassismus und eurozentrisches Zivilisationsmodell : Zur Entwicklungsgeschichte des kolonialen Blicks. In: Otger Autrata u.a. (Hrsg.): Theorien über Rassismus : eine Tübinger Veranstaltungsreihe. Hamburg 1989.