Titelseite „Berliner Kurier“ vom 2. 7. ’09
Tag-Archiv für 'islamophobia'
In Dresden ist die 32-jährige Ägypterin Marwa El-Sherbini von einem Deutschen in einem Gerichtsgebäude mit einem Messer angegriffen und ermordet worden. Marwa el-Sherbini war promovierte Pharmakologin, Apothekerin und im dritten Monat schwanger. Sie hinterlässt einen dreijährigen Sohn. Ein aus dem Nachbarraum herbeieilender Polizist schoss zunächst auf den Ehemann der Ermordeten statt auf den Täter.
Der Mörder hatte sein Opfer, eine Muslima, die Kopftuch trug, in einem Nachbarschaftsstreit auf einem Kinderspielplatz als „Islamistin“, „Schlampe“ und „Terroristin“ tituliert, getönt, sie „gehöre nicht hierher“ und dann, nach seiner Verurteilung wegen Beleidigung, im Gerichtssaal viele Male auf sie eingestochen.
Derweil rühmt sich Deutschlands größtes Hassblog, Politically Incorrect: „Behauptungen der Qualitätsjournalisten zufolge soll der Mörder durch die Lektüre solcher [gemeint ist: unserer] Artikel zu seiner Tat angestiftet worden sein.“
Quelle: ANK
„Don‘t compare Islamophobia with anti-Semitism!“, lautet das moralische Credo zahlreicher Artikel und Veranstaltungen der letzten Wochen – besonders aus dem „anti“deutschen Spektrum, das selbst immer wieder als islamfeindlicher Akteur in Erscheinung tritt und daher ein immenses Interesse an dieser Botschaft hat. Österreichische Neonazis sehen das offenbar etwas relaxter. In Mauthausen taggten sie vergangene Woche: „Was unsern Vätern der Jud, ist für uns die Moslembrut.“ (via lahmacun)
Der AntiSemitismusforscher Clemens Heni erklärt Juden, 63 Jahre nach dem Ende der Nürnberger Gesetze, kurzerhand wieder zur „Rasse“:
Judaism embraces both a race and a religion, whereas Islam is strictly a religion…
schreibt er in der Jerusalem Post, die diesem schmählichen deutschen Rassenphilosemitismus damit auch noch publizistische Weihen erteilt.
(Nebenbei bedient Heni auch wieder die alte Propagandalüge, Islamophobie sei „a word invented by the Islamic Republic of Iran“, aber das fällt dagegen schon gar nicht mehr ins Gewicht.)
Gruppe soziale Kämpfe: „Antimuslimischer Rassismus von oben und von unten. Über die Kulturalisierung sozialer Gegensätze im Neoliberalismus“.
Eine weitere Rezension zum Buch Die Vertreibung aus dem Serail ist nun in Gigi Nr. 58 erschienen: Die Infamie der Ägypter.
In „Rosige Zeiten“ ist jetzt die erste Rezension zum jüngst im Männerschwarm-
