Tag-Archiv für 'literature'

The Overflowing of Friendship (New Book Release)

Richard Godbeer, The Overflowing of Friend­ship: Love between Men and the Creation of the American Republic. Baltimore, MD : Johns Hopkins University Press, 2009.

When eighteenth-century American men described „with a swelling of the heart“ their friendships with other men, addressing them as „lovely boy“ and „dearly beloved,“ celebrating the „ardent affection“ that knit their hearts in „indissoluble bonds of fraternal love,“ their families, neighbors, and acquaintances would have been neither surprised nor disturbed. (mehr…)

Warum die Manns Horkheimer und Adorno hassten – und das mal völlig zurecht!

„Diese beiden Lumpen!“ Es brach aus ihm heraus. Er wisse, was er sage, ergänzte Golo Mann seine Beleidigung, die er 1989 in einem Fernsehinterview gegen die damals schon verstorbenen Begründer der Frankfurter Schule, Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, vorbrachte. So kannte man ihn gar nicht: Der freundliche, scheue, seine Worte wägende Historiker und Schriftsteller, der mit seiner „Deutschen Geschichte“ (1958) und der Wallenstein-Biographie (1971) ein Millionenpublikum damit erstaunt hatte, dass man dem trockenen Stoff der Geschichte so unerhört fesselnde und stilistisch brillante Bücher abringen kann. Und dann diese Entgleisung. In der Tat ist sie nur nachvollziehbar, wenn man die ganze Geschichte kennt, die, nach Jahrzehnten, zum verbalen Ausbruch vor laufender Kamera führte; eine Intrigengeschichte – und die Geschichte einer großen Feindschaft.

Mehr zu Adornos intrigantem Schwulenhass und die Familienrache Erika Manns in der FAZ vom 29. 3. 2009!

Krisis-Rezension

Auf der Website der wertkritischen Theoriezeitschrift Krisis ist seit einigen Tagen eine neue Rezension des im Männerschwarm-Verlag erschienenen Buches Die Vertreibung aus dem Serail zu lesen…

Trennungsstrich gezogen

junge Welt, 17. 11. 2008:

Mit dem Ausschluß eines antideutschen Verlags endete in Nürnberg die 13. Linke Literaturmesse

Mit einem klaren Beschluß der Mehrheit aller Aussteller endete am Sonntag die 13. Linke Literaturmesse in Nürnberg: Der Verlag »Ça ira« wird künftig ausgeschlossen. Die anderen Verlage wollen es sich und ihrem Publikum nicht länger zumuten, daß auf dem Messestand von »Ça ira« die »antideutsche« Zeitschrift Bahamas ausliegt. Sie empfinden es auch als unverfroren, wie leichtfertig anderen Linken in Veranstaltungen und Publikationen dieses Verlages Antisemitismus vorgeworfen wird. Die Aussage, die RAF sei »der verlängerte Arm der SS« gewesen, sei nach einhelliger Meinung der Höhepunkt der Geschichtsklitterung gewesen. Im Vorfeld der Messe war »Ça ira« darüber hinaus unverhohlene Sympathie für einen Krieg gegen den Iran vorgeworfen worden.

Die Infamie der Ägypter

Eine weitere Rezension zum Buch Die Vertreibung aus dem Serail ist nun in Gigi Nr. 58 erschienen: Die Infamie der Ägypter.

Zur Lehre vom Ressentiment

Ein feiner Trick: das System zu kritisieren soll denen vorbehalten bleiben, die an ihm interessiert sind. Die anderen, die Gelegenheit haben, es von unten kennenzulernen, werden entwaffnet durch die verächtliche Bemerkung, daß sie verärgert, rachsüchtig, neidisch sind. Sie haben „Ressentiment“.
Demgegenüber sollte niemals vergessen werden, daß man ein Zuchthaus in keinem Fall und unter gar keinen Umständen kennenlernen kann, wenn man nicht wirklich und ohne Verkleidung als Verbrecher fünf Jahre dort eingesperrt war mit der Gewißheit, daß die goldene Freiheit, nach der man sich in diesen fünf Jahren sehnt, in einem nachträglichen Hungerleben besteht.
Es wirkt wie ein stillschweigendes Abkommen der Glücklichen, daß man über diese Gesellschaft, die weitgehend ein Zuchthaus ist, nur diejenigen als Zeugen gelten lassen will, die es nicht verspüren.

Kain und Abel

Die Geschichte von Kain und Abel ist die mythologisierte Erinnerung an eine Revolution, an eine Befreiungsaktion der Sklaven gegen ihre Herren. Die Ideologen deuteten den Aufstand sogleich als Produkt eines Ressentiments: „— und es verdroß den Kain sehr, und es sank sein Antlitz.“
Sollte die biblische Erzählung aber wörtlich zu nehmen sein, so hätte Kain jenen Begriff erfinden können, als das Blut Abels zum Himmel schrie: „Höre nicht auf dieses Schreien; es schreit aus Ressentiment.“

Aus: Max Horkheimer, Dämmerung.

Buchbesprechung

In „Rosige Zeiten“ ist jetzt die erste Rezension zum jüngst im Männerschwarm-Verlag erschienenen Buch Die Vertreibung aus dem Serail erschienen. Außerdem gibt es in Halle am 5. November die erste öffentliche Buchpräsentation. Weitere Termine in Leipzig, Berlin und Bielefeld folgen.

Neoleninismus I

In Die Tücke des Subjekts versucht sich Slavoj Žižek unter anderem an einer Art zeitgenössisch-philosophischen Aktualisierung von Lenins berühmter Sentenz: „Der Linkradikalismus ist die Kinderkrankheit des Kommunismus“. Es ist eines der Bücher, die ich rauf und runter gelesen habe und weiterempfehlen kann, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob ich das wirklich alles teile. Anregend war es aber allemal:

Der Begriff des Ideals der égaliberté als einer realen/unmöglichen unbedingten Forderung, die mit jeder Positivierung verraten wird, eine Forderung also, die sich nur in diesen kurzen Zwischenmomenten des Macht/Polizei-Vakuums verwirklichen kann, wenn das „Volk“ sich „spontan“ außerhalb der offiziellen repräsentativen Politmaschinerie organisiert (man vergleiche die Faszination, die die „basisdemokratisch, spontan einberufenen Räte“ aus der frühen und „authentischen“ Phase der Revolution auf viele Linke ausübt), rückt die radikal-revolutionären Puristen in gefährliche Nähe zu jenen Konservativen, die versuchen, den notwendigen und unvermeidlichen Verrat oder „Rückfall in den Terror“ jedweder Revolution zu beweisen, so als ob die einzig mögliche Verwirklichung der égaliberté die Roten Khmer oder der Leuchtende Pfad seien. Man ist hier geneigt zu sagen, dass eine leninistische Politik der wahre Kontrapunkt zu dieser kantianischen marginalistischen linken Haltung ist, die auf ihrer eigenen inhärenten Unmöglichkeit beharrt. (mehr…)