Tag-Archiv für 'marx'

Contra Dialektik

Der Blog Audoarchiv hat, neben manchem Schrott (sorry, meine Meinung!), dankenswerterweise auch eine ganze Reihe hörenswerter Vorträge zu verschiedenen, vor allem philosophisch-theoretischen Themen der hiesigen Linken online verfügbar gemacht. Darunter fällt auch ein Vortrag von Michael Koltan — aus seiner Reihe „Dialektik im 20. Jahrhundert“ — über Michel Foucault.

Zwar nervt ein bisschen die Arroganz des Referenten, der immer dort, wo die Sache selbst nicht für ihn oder seinen komischen Freund Hegel spricht, mit schier unnachvollziehbaren Taschenspielertricks oder dem Gestus autoritären Bescheidwissens von oben nachzuhelfen versucht. (Es könnte ja sein, daß der Hörer, wenn man ihn nicht permanent auf die Klugheit Hegels und die Banalität Foucaults hinwiese, sich am Ende noch seine eigenen Urteile macht!) Trotzdem gelingt es ihm durchaus, die wesentliche Gedankengänge von Foucaults Die Ordnung der Dinge (Les mots et les choses, 1966), das allgemein der ersten Phase seines Denkens — der sog. Archäologie des Wissens — zugeordnet wird, sachlich treffend wiederzugeben, weshalb ich das überhaupt nur guten Wissens empfehlen kann. (mehr…)

Der Maoismus — eine autoritäre Modernisierungsideologie

Eine ganz gute Charakterisierung des Maoismus hab ich bei Wikipedia gefunden:

Das Ziel der maoistischen Praxis ist letztendlich der industrielle Fortschritt, das Ein- und Überholen der ehemaligen Kolonialherren England und USA. Beim Lesen von Maos Schriften erscheint auch der Sozialismus nur als ein Mittel zur Erlangung des Fortschritts (siehe Zitat unten). Daher könnte man die mittlerweile fast abgeschlossene Wiedereinführung des Kapitalismus in China durch Maos Nachfolger als konsequente Verfolgung seiner Theorie interpretieren. Dieses Ziel der Industrialisierung um jeden Preis teilt der chinesische Maoismus mit dem Stalinismus, der ebenfalls die Industrialisierung auf der Basis von Diktatur und Zwangsarbeit aufbaute. Ein wichtiges, im Grunde sogar das wesentliche Ziel des Marxismus, nämlich die Emanzipation auch des einzelnen Menschen von äußeren Zwängen, ist hier aufgegeben. Verfolgte Marx noch das Ziel der „Assoziation der freien Produzenten“, so findet sich im Maoismus der einzelne unter totalem Zwang.

Da war wohl ein kleiner Trotzkist am Werk? ;) Übrigens:

Prominenteste Ex-Maoisten in Deutschland sind wohl die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und der Fußballspieler Paul Breitner.

Hörspiel

Sherlock Holmes und der Fall Karl Marx (59 min.):

(Hinweis via crull)

Herr Heinzen und der GegenStandpunkt

Neulich hab ich mir auf den freundlichen Hinweis von Lathandir in einem Antiquariat die folgende Broschüre bestellt: Wolfram Auerbach, Diesseits von Gut und Böse. Theorie und Moral der „Marxistischen Gruppe“ (MG) und der Zeitschrift „Gegenstandpunkt“. Bamberg 1996.

Der Autor setzt sich auf, wie es scheint, wertkritischer Basis mit dem marxistischen GegenStandpunkt-Verlag auseinander. Bis jetzt hab ich nur ein Kapitel gelesen, aber bereits das liefert genügend Ansatzpunkte für eine Kritik an jener Strömung, die in den 70er Jahren aus den Roten Zellen hervorgegangen ist, in den 80er Jahren als „Marxistische Gruppe“ Furore feierte und seit ihrer Auflösung im Jahre 1991, die wesentlich aufgrund der Nachstellungen des Verfassungsschutzes erfolgte, als Zeitschrift „GegenStandpunkt“ weiterwurstelt. Auerbach fasst ihre Grundannahmen wie folgt zusammen: (mehr…)

Linkdump

Wandlungen des Feindbildes Islam vom europäischen Mittelalter bis zum «American Empire»
[Marxistische Blätter 4-05]
Invaders from Marx
Über den Umgang mit der Marxschen Theorie und über die Schwierigkeiten einer heutigen Lektüre. Von Michael Heinrich
Kapitalismus und deutsche Spezifik
[Phase 2.16]
Strap-on epiphany
In becoming the penetrator, a woman learns to see sex — and the world — through male eyes.