Tag-Archiv für 'medienfake'

Warmongers: Don‘t believe a word!

International news …

General Ataollah Salehi, general commander of the Iranian army: „The truth is that Israel does not have the courage to attack us. If we are subjected to any attack by Israel, I do not think we will need more than 11 days to wipe Israel out of existence.“ (MEMRI)

… turns into German war propaganda:

Der Iran hat erstmals mit einer konkreten Zielnennung die Zerstörung Israels angekündigt. Das israelische Fernsehen zeigte ein Interview mit dem iranischen Generalstabschef Attalah Salihi. Er kündigte eine „Zerstörung Israels innerhalb von elf Tagen“ an. (n-tv)

Was folgt daraus? Meiner unbescheidenen Meinung nach doch wohl mindestens so viel, dass der n-tv-„Journalist“ Ulrich W. Sahm ein gemeiner Lügner und Kriegshetzer ist. Wie viel kriegt man eigentlich dafür, Herr Sahm? Oder machen Sie’s umsonst? (Bei einem ausgebildeten Theologen, der sich das Lügen quasi anstudiert hat, würd‘ mich das nicht mal wundern!)

Es kommt aber noch besser: (mehr…)

„Linker Antisemitismus“ & andere Schimären (III)

Angesichts des Buches Der neue Antisemitismus von Philipp Gessler, in dem ausgerechnet dem zu seinen Lebzeiten dezidiert anti-antizionistischen Internet-Portal X-berg.de „linker Antisemitismus“ vorgeworfen wird (die Revolution frisst ihre Kinder!), lohnt es sich vielleicht einmal, die etwas verrückte und überaus hysterische Begriffsgeschichte des „neuen Antisemitismus“ zu beleuchten. (Im Übrigen ist das keine Solidarisierung mit den politischen Positionen, die der Autor des folgenden Textes vertritt.) (mehr…)

„Linker Antisemitismus“ & andere Schimären (II)

zum thema “linker antisemitismus” erwähnt gessler in seinem buch auch das blogportal x-berg.de: dort “finde man massenhaft hetztiraden nach dem muster ‘keine toleranz für zionistenschweine und judeofaschisten’”.

=))

Schenkelklopfer via Dissidenz

Anatomie einer Fälschung

Am 13. April veröffentlichte MEMRI, ein für seine Übersetzungen aus dem Arabischen bekanntes US-Institut, einen neuen Videoausschnitt aus einer Kindersendung des Hamas-Fernsehens. Darin unterhielten sich die ModeratorInnen, u.a. ein als Mickey Mouse verkleiderter Mann, mit einem kleinen Mädchen über die „Verteidigung“ der Al-Aqsa-Moschee. Das Video ist zweifelsohne krass — als Dokument der islamistischen Indoktrination von Kindern und ihrer Erziehung zu politischer Gewalt. Doch hat das MEMRI, das seinen neokonservativen Hintergrund regelmäßig zu verschleiern sucht, offenbar nicht gereicht. Es musste dem Mädchen auch noch den Wunsch nach Ausrottung der Juden in den Mund legen, obwohl es zum Schutz der Al-Aqsa nur ein Bild malen wollte. Wie man so blöd sein kann, weiß ich nicht, denn mit der im Video eingebetteten Tonspur lieferten die Verfasser der Untertitel nicht nur CNN, sondern auch Brian Whitaker, Nahost-Korrespondent des Guardian, das Material, mit dem er MEMRI jetzt das Handwerk legt: (mehr…)

Révisionnisme à l‘Allemande

Halbmond und Hakenkreuz. Das 'Dritte Reich', die Araber und Palästina. Wow, eigentlich war es genau das, worüber ich als nächstes eine Story schreiben wollte: das unsägliche Interview von Klaus-Michael Mallmann, Koautor des Buchs Halbmond und Hakenkreuz, mit der postantideutschen Jungle World. Nun hat das suqong schon sehr viel besser — und mit mehr Faktenwissen — erledigt, als ich das je könnte. Trotzdem möchte ich es mir nicht ganz nehmen lassen, noch etwas bei den Absurditäten dieses Gesprächs zu verweilen. (mehr…)

„Der doppelte Imam“

Gestern wartete Spiegel online, staatstragend wie immer, mit einem wunderbaren Hetzartikel über Hassan Dabbagh, den „Imam von Sachsen“, auf. Sein angebliches Vergehen: zur Strafvereitelung gegenüber den deutschen Behörden geraten zu haben. Das stempelt ihn in den Augen des Autors, der das Abhören von Telefonaten durch den Verfassungsschutz für ganz normal hält und nicht für eine Maßnahme des autoritären Staates, zum gefährlichen Islamisten!

Hassan Dabbagh mag ein unverbrauchtes Fernsehgesicht sein. Ein Unbekannter ist er nicht. Am 20. März berichtete der SPIEGEL, dass deutsche Verfassungsschützer im November 2004 ein Telefonat abgehört haben: Aus diesem glauben sie ableiten zu können, dass Dabbagh einen Glaubenbruder aufgefordert hat, die deutschen Ermittlungsbehörden hinters Licht zu führen.

Unter der Leipziger Nummer des Imams hatte ein Student angerufen und um Rat in brisanter Angelegenheit gebeten. Er habe von einem Muslim erfahren, der ein schlimmes Verbrechen geplant habe, und frage sich nun, ob er bei der Polizei gegen den Glaubensbruder aussagen solle. „Unrecht ist bisher nicht passiert, sie haben ihn vorher festgenommen“, sagte der Anrufer laut Abhörprotokoll. Er werde als Zeuge gebraucht. Die religiöse Autorität am anderen Ende riet dichtzuhalten: „Wer einen Muslim deckt, den deckt Gott am Tag des Jüngsten Gerichts.“ In einem zweiten Telefonat wurde dem Ratsuchenden beschieden, er solle behaupten, sich an die Diskussion mit dem Verdächtigen nicht mehr zu erinnern.

Dabbagh hat theologisch absolut recht. Der Islam fordert zur Strafvereitelung auf, und das ist eine der sympathischsten Seiten an ihm. Historisch hat das dazu geführt, dass es im Islam, anders als in Europa, eine „Sodomiterverfolgung“ bis in die jüngste Gegenwart nicht gegeben hat. (mehr…)

„Nichtassimilierbar“: Hirsi Ali über MigrantInnen aus ihrer „Herkunftskultur“

In der aktuellen Jungle World beschert uns der Antirassismuskritiker Udo Wolter eine weitere Lobeshymne auf die niederländische „Islamkritikerin“ Ayaan Hirsi Ali. Letztlich nur eine Verlängerung von Ivo Bozics hier bereits besprochener Kolumne aus der letzten Ausgabe, reicht Wolters Verteidigungsschrift Hirsi Alis persönlichen Einsatz für eine junge Frau aus dem Kosovo abermals als Beleg herum, dass ihre Ansichten zur Asyl- und Einwanderungspolitik trotz ihrer Mitgliedschaft in einer ausländerfeindlichen Partei doch eigentlich ganz nett und liberal seien.

Tatsächlich hat die willkürliche Intervention Hirsi Alis in migrantische Einzelschicksale (ganz nach dem Motto: „Wer Jude ist, bestimme ich!“) nicht das geringste mit einer grundsätzlichen Kritik am niederländischen Abschiebestaat zu tun. Bestenfalls geht es ihr um eine Neuaufstellung der ausländerrechtlichen Sortierweise zu Lasten islamischer ZuwanderInnen „aus ländlichen Gebieten“, denen sie in bester kulturalistischer Manier attestiert, sich „in einer bestimmten Phase des Zivilisationsprozesses“ zu befinden, die „weit hinter derjenigen der Gastländer“ zurückhinke: „Die Niederländer und die Deutschen und die Franzosen haben alle diesen riesigen Fehler gemacht, als sie sagten: in Ordnung, ihre Kinder werden zu Schulen gehen und liberalere oder säkularere Sichtweisen annehmen, und stattdessen bekommt man Bouyeri [den Mörder von Theo van Gogh]“. Man fragt sich, wie die Frau sich selbst erklärt, da sie MigrantInnen aus peripheren und/oder islamischen Ländern doch eigentlich für inkonvertibel hält. Aber nach solchen logischen Ungereimtheiten braucht man Hirsi Ali nicht zu fragen. In ihrer Kultur ist man offenbar noch nicht so weit, auf die innere Schlüssigkeit und Selbstrefentialität von Argumenten zu achten.

PS: Über die Männer, die Ayaan Hirsi Ali zurzeit mit Elogen überschütten, hat Islamophobia Watch eine wunderschöne Story zusammengestellt. Es ist bezeichnend, dass die wenigen kritischen Stimmen, die es in die Medien schaffen, allesamt von feministischen Frauen stammen.

Die Entsakralisierung der heiligen Ayaan

Der Film, der der niederländischen „Islamkritikerin“ Ayaan Hirsi Ali einen vorläufigen Karrieresturz bescherte, ist jetzt auch über das Internet verfügbar. Wer des Holländischen nicht ganz mächtig ist, findet bei Big Berta eine grobe Zusammenfassung. Mittlerweile hat der Bruder seine Darstellung, dass Ayaans Ehe nicht gegen ihren Willen arrangiert wurde, widerrufen. Da er im Film eine Garantie verlangt hatte, dass seine Antworten nicht gegen seine Schwester verwendet werden, verwundert der Rückzug seiner Aussage nach eingetretenem Schaden allerdings wenig.

Trotzdem bleiben die Beweise erdrückend: Nicht nur berichtet die Tante im Film ausführlich, wie glücklich Ayaan bei ihrer Hochzeit war, bei der sie selbst gar nicht zugegen gewesen sein will; nicht nur schreibt ihr somalischer Ex-Mann aus Kanada, dass er niemals eine Frau geheiratet hätte, die ihn gar nicht will. Vielmehr sprechen auch die Fakten Bände: Während Hirsi Ali immer erzählt hatte, dass sie aus Angst vor ihrem Clan untertauchen musste, hielt sie in Wirklichkeit aus den Niederlanden Kontakt zu Vater und Tante und empfing in ihrer Asylbewerberunterkunft auch ihren damaligen Ehemann. Darüber hinaus erklärt ihr Bruder empört, dass „Ehrtötungen“ in seiner Religion absolut tabu und seine Familienangehörigen für ihn unantastbar seien. Eine Aussage, die nicht nur die Recherchen des Filmteams, sondern auch ein UN-Report aus dem Jahr 2002 bestägen: unter Somalis gibt es so etwas wie Ehrenmorde überhaupt nicht. Schlechte Nachrichten für jene Kulturkrieger, die eine lokale anatolische Tradition in ihrem Übereifer dem Islam anhängen wollten.

Mittlerweile finden auch einige kritische Berichte in die Medien, vor allem von feministischen Autorinnen, die die Affäre nicht nur auf den läppischen Namensbetrug reduzieren, sondern auch die politische Instrumentalisierung von Hirsi Alis erfundener Leidensgeschichte thematisieren. Neben dem in diesem Blog bereits geposteten taz-Artikel ist hier vor allem ein Kommentar von Sibylle Hamann in der Online-Zeitung Die Presse zu nennen:

Es war eine Geschichte, die perfekt in den Zeitgeist passt. Ayaan Hirsi Ali, das zarte Mädchen aus der somalischen Wüste, wird von ihrer skrupellosen Familie zwangsverheiratet. Ihr gelingt eine mutige Flucht, zurück nach Hause kann sie nicht, denn dort droht ihr ein Rachemord. In Holland findet sie Asyl, wird Politikerin, erhebt die Stimme gegen die Frauenunterdrückung im Islam und für die Meinungsfreiheit. Sie wird gehasst von den einen, bewundert von den anderen, stets bedroht von islamistischen Häschern. Sie ist der lebendige Beweis dafür, dass die finsteren Moslems so sind, wie wir sie immer schon gefürchtet haben.

Wesentliche Teile dieser Geschichte stimmen nicht, enthüllte nun eine holländische TV-Doku. Dass die Zwangsheirat erfunden war, gibt Hirsi Ali darin selbst zerknirscht zu.

Das ist ein Schock.

[…]

Nein, so dämmert es uns langsam: Hier geht es längst nicht mehr um Frauenrechte, schon gar nicht um das Schicksal der konkreten, womöglich tatsächlich unterdrückten Asylwerberin nebenan. Sondern um kulturelle Selbstgerechtigkeit, das Schüren billiger Ressentiments, kaltes politisches Kalkül.

Was die TV-Dokumentation über Ayaan Hirsi Ali weiter enthüllt, passt da genau ins Bild. Angeblich wussten mehrere führende Funktionäre ihrer Partei, der liberalen VVD, von Anfang an über die biografischen Ungereimtheiten Bescheid. Es hielt sie nicht davon ab, die junge Frau zum Poster-Girl in ihrem anti-islamischen Kulturkampf zu machen.