Tag-Archiv für 'poverty'

Global Apartheid – It’s A Walled World

Walled World
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(via meta.blogsport)

Sozialismus heute

Thilo Sarrazin

Racialize, Individualize, Discipline & Punish

Lesenswertes Interview der Jungle World mit Elaine Brown, von 1974 bis 1977 Vorsitzende der Black Panther Party:

Eines Ihrer Bücher trägt den Titel »New Age Racism«. Was verstehen Sie unter diesem Begriff?

New Age ist ein Konzept aus den späten sechziger Jahren, mit dem an die Selbstverantwortung appelliert wurde, nach dem Motto: Wenn du dich richtig ernährst, erkrankst du auch nicht an Krebs. Ich benutze den Begriff New Age Racism deswegen, weil heute die Ursache der sozialen Probleme nicht mehr in der Gesellschaft gesucht wird, sondern bei den Individuen. Bill Clinton hat einmal gesagt, dass Martin Luther King beim Anblick der heutigen Situation der Schwarzen sagen würde: Ich starb für eure Freiheit, und was habt ihr damit gemacht?

Clintons Botschaft war, dass es keinen Rassismus mehr gibt. Die Schwarzen waren doch frei, aber sie haben ihre Freiheit vermasselt. So wie man uns weismachen will, dass der Klimawandel deswegen eintritt, weil wir das falsche Haarspray benutzen, will man nicht länger über die Verhältnisse reden, die dazu führen, dass die Hälfte aller Gefängnisinsassen der USA schwarz sind, obwohl der Anteil der Schwarzen an der Gesamtbevölkerung nur 13 Prozent beträgt. Die Missstände seien nicht länger eine Frage des Kapitalismus oder des Rassismus, sondern eine Frage des schlechten Benehmens Einzelner. Das ist die Ideologie des New Age.

Ich finde es immer wieder verblüffend, dass Statistiken, die in Deutschland quer durch die politische Bank zur Hetze gegen Migrant_innen verwendet werden — nämlich dass „Ausländer“ an Straftaten überproportional beteiligt seien —, im Diskurs über Schwarze in den USA allein für die Gewalt rassistischer Verhältnisse stehen. Es ist wie verhext: Selbst die Jungle World käme nie auf die Idee, die mit „Südländern“ vollgepropften Gefängnisse als Teil einer die gesamte deutsche Gesellschaft durchziehenden rassistischen Maschinerie zu deuten. Denn auch hier wird die „Kriminalität“, die von migrantischen Jugendlichen „ausgeht“, noch immer diesen selbst vorgehalten statt den Verhältnissen, die sie dort positionieren, wo man zum Delinquenten* (gemacht) wird.

    * Delinquent – The concept that eventually replaces that of the „prisoner“, according to Foucault. The delinquent is created by the operation of the carceral system and the human sciences, and strictly separated from other popular illegal activities. He is part of a small, hardened group of criminals, identified with the lower social classes. Most importantly, he is defined as „abnormal“, and analyzed and controlled by the mechanisms that Foucault describes. There are several advantages in replacing the criminal by the delinquent: delinquents are clearly set apart from the rest of society, and therefore easy to supervise and control. A small, controlled group is far easier to cope with than the alternative: large roaming bands of brigands and robbers, or revolutionary crowds. In part, Foucault argues that the figure of the delinquent was a response to the danger presented by the lower orders in the nineteenth century. [zurück]

Gretchen-Frage

Sind Schwule reich oder sind Reiche schwul? Über eine Statistik und ihre essentialistische Interpretation durch schwule Szenemedien.

Holger Burner stellt die soziale Frage

Leider eine pure Fiktion, denn in Post-Nazi-Deutschland richten sich Hartz-IV-Proteste noch immer gegen Ausländer und „Fremdarbeiter“ (Lafontaine) und nicht gegen Staat und Kapital — oder auch nur die Bonzenschweine:

(via No Go Area)

Bush beendet den Hunger in seinem Land

Bald werden US-Amerikaner nicht mehr hungern. Denn das Ministerium für Landwirtschaft will die Situation von 35 Millionen Bürgern, die sich aufgrund ihrer Stellung im kapitalistischen Gesamtprozess kein regelmäßiges Essen leisten können, künftig lieber mit den Worten „sehr niedrige Nahrungssicherheit“ beschreiben. Ja wenn das mal kein sozialer Fortschritt ist!

Der Schuldenerlass des nächsten G 8-Gipfels:

Können 280 Millionen Afrikaner nun ruhiger schlafen?

(Wer zum Lesen zu faul ist, kann sich den Vortrag des GegenStandpunkt auch anhören:
Teil 1 | Teil 2)

Poverty in developing countries explained

A really fine piece of Marxist theory, which was originally published in German, has now become available in English as well. It’s been titled „Why are many people in developing countries poor?“ I promise you won‘t regret the reading.