Tag-Archiv für 'rape'

Das System katholische Kirche, oder:
La mala educación

Dublin (AFP) — Ein tausende Seiten starker Bericht über die Qualen von Mädchen und Jungen in Einrichtungen der katholischen Kirche erschüttert Irland. Prügel und der sexuelle Missbrauch vor allem von Jungen waren in diesen Häusern seit den 30er Jahren an der Tagesordnung, wie aus der Studie hervorgeht. […]

Die Kinder hätten jeden Tag aufs Neue in Angst vor Schlägen gelebt, heißt es in dem Bericht, den die irische Regierung vor neun Jahren in Auftrag gegeben hatte. Ein „Klima der Angst“ habe in den meisten Einrichtungen geherrscht, schreiben die Verfasser des 2500-seitigen Dokuments. In Einrichtungen für Mädchen habe es auch sexuellen Missbrauch gegeben, allerdings nicht systematisch. Die Täter konnten demnach „über einen langen Zeitraum unentdeckt“ handeln. Den Opfern sei nicht geglaubt worden, sie seien der Verdorbenheit bezichtigt und oft schwer bestraft worden.

Die Studie wirft Kirche und Staat in Irland vor, die Augen vor den Zuständen in den Einrichtungen verschlossen zu haben. Jeder gemeldete Missbrauch sei von der Kirche als Einzelfall und verschwiegen behandelt worden. Bestenfalls seien die Täter versetzt, zum Schutz der Minderjährigen dagegen sei nichts getan worden. In den wenigen Fällen, in denen das Erziehungsministerium von sexuellem Missbrauch erfahren habe, sei auch vom Staat der Mantel des Schweigens über die Vorfälle gebreitet worden.

Im einzelnen heißt es in der Studie weiter, der Missbrauch von Jungen habe von „unangemessenen Berührungen“ bis hin zur Vergewaltigung gereicht. In Jungenschulen seien die Schüler schon für geringe Vergehen „lange und übermäßig“ körperlich bestraft worden – Ziel sei „soviel Qual wie möglich“ gewesen.

taz zu Marco

Der Raub der Sarazenen

Vergewaltigung als Missverständnis?

Seit einigen Jahren wird in der autonomen Linken wieder verstärkt über Vergewaltigung und Sexismus diskutiert. Reader werden gedruckt, Blogs zum Thema angelegt, und auch die Schlammschlachten der Ekel-Atzen fangen wieder an. Ich möchte mich an dieser Debatte nicht beteiligen, da ich Ähnliches bereits Ende der 90er Jahre miterleben durfte und nicht die geringste Lust verspüre, diese Erfahrung zehn Jahre später zu wiederholen. Trotzdem habe ich mir gedacht, dass es sinnvoll sein könnte, ein paar Texte aus der damaligen Zeit wieder verfügbar zu machen, um bestimmte Einsichten nicht einfach verloren gehen zu lassen. Anfangen möchte ich mit einem bislang unveröffentlichen Auszug aus einer linguistischen Hausarbeit, in der das damals immer wieder auftauchende Konstrukt einer Vergewaltigung aus „missverständlicher Kommunikation“ einmal gründlich demontiert wird. Zugleich zeigt es an einem konkreten Beispiel, wie Vergewaltigungstribunale dazu benutzt werden können, aus der Klägerin die Angeklagte zu machen und ihr die moralische Verantwortung für die Tat zu unterschieben. Ich hoffe, einige können mit diesem (eher akademischen) Text was anfangen.